Donnerstag, 10. September 2020

WPIC: Platinbericht für das zweite Quartal 2020

Der World Platinum Investment Council (WPIC) hat den jüngsten Bericht „Platinum Quarterly“ veröffentlicht. In dem quartalsweise erscheinenden Bericht werten Experten die Entwicklung des Edelmetalls für das abgelaufene Quartal aus und geben eine Prognose für den weiteren Jahresverlauf.

Platinangebot präsentiert sich deutlich rückläufig

Wie aus den Angaben hervorgeht, hat das Angebot von Platin im zweiten Quartal massiv unter den Coronaeinschränkungen gelitten. Es belief sich nur noch auf 1,4 Millionen Unzen. Das sind 35 Prozent weniger als noch im Vorjahreszeitraum. Das Angebot aus der Minenproduktion lag bei 989.000 Unzen Platin, also 40 Prozent weniger als noch vor einem Jahr.

Platinnachfrage insgesamt gesunken – Investitionsnachfrage stieg

Die Nachfrage nach Platin übertraf mit 1,6 Millionen Unzen das Angebot. Allerdings reduzierte sie sich im Jahresvergleich ebenfalls um 19 Prozent. Deutliche Anstiege ergaben sich bei der Investitionsnachfrage, die auf 393.000 Unzen kletterte. Das entspricht einem stattlichen Plus von 212 Prozent.

Gut standen auch die Platin-ETFs da, die im zweiten Quartal Zuflüsse von 122.000 Unzen verzeichnen konnten. Ebenso erhöhte sich die Investitionsnachfrage nach Münzen und Barren auf insgesamt 133.000 Unzen, was im Jahresvergleich einem Plus von 49 Prozent entspricht.

Rückläufig entwickelte sich erwartungsgemäß die Nachfrage aus dem Automobilsektor. Sie ging um 48 Prozent auf nur noch 386.000 Unzen zurück. Ebenso verzeichnete man eine sinkende Nachfrage nach Platinschmuck. Das Minus belief sich auf 27 Prozent, die gesamte Nachfrage lag nur noch bei 392.000 Unzen. Trotzdem überstieg die Nachfrage das Platinangebot im zweiten Quartal um 191.000 Unzen.

Ausblick auf den Platinmarkt für das weitere Jahr 2020

Die Experten gehen für das Gesamtjahr 2020 von einem Defizit von 336.000 Unzen aus. Die Nachfrage könnte zwar um elf Prozent im Jahresverlauf auf 7,44 Millionen Unzen sinken. Allerdings dürfte den aktuellen Schätzungen zufolge auch das Angebot sinken – insgesamt um 14 Prozent auf nur noch 7,1 Millionen Unzen.

© WEGHV Redaktion