Freitag, 19. Juni 2020

Auswirkungen der Mehrwertsteuersenkung auf Edelmetalle

Die Bundesregierung hat beschlossen, ab dem 01.07.2020 die Mehrwertsteuer vorübergehend von 19 auf 16 bzw. von sieben auf fünf Prozent zu senken. Diese Mehrwertsteuersenkung hat auch Auswirkungen auf den Edelmetallhandel. Beim Kauf von physischem Gold und Silber haben bereits erste Anbieter bekannt gegeben, den Steuervorteil 1:1 an ihre Kunden weiter zu geben.

Beim Kauf von Anlagegold wird sich die Mehrwertsteuersenkung allerdings nicht auswirken, da dieses in Deutschland bereits von der Mehrwertsteuer befreit ist. Anlagemünzen und -barren aus Gold werden ihren Preis aus steuerlicher Sicht nicht ändern.

Anders sieht es bei Platin, Silber und Palladium aus. Hier können Investoren ab kommendem Monat von der Senkung der Steuersätze profitieren. Grundsätzlich gilt für die so genannten Weißedelmetalle der volle Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent, der ab Juli auf 16 Prozent gesenkt werden soll.

Mehrwertsteuersenkung durch Differenzbesteuerung nicht voll nutzbar

Allerdings werden gerade die beliebten Silbermünzen, wie die australische Kookaburra oder die kanadische Maple Leaf, von Händlern aus Ländern außerhalb der EU bezogen. In diesen Fällen kommt die Differenzbesteuerung zur Anwendung. Daher werden im Schnitt nur um rund zwei Prozent günstigere Kosten entstehen.

Die Schwankungen von zwei bis drei Prozent bei den Steuersätzen entsprechen allerdings auch den durchschnittlichen Tagespreisschwankungen der Edelmetalle. Daher rechnen Experten nicht damit, dass durch die Mehrwertsteuersenkung im Edelmetallbereich neue Kaufanreize gesetzt werden.

© WEGHV Redaktion