Montag, 09. März 2020

Platinmarkt: Das sind die aktuellen Prognosen für 2020

Die neueste Prognose rund um den Platinmarkt sagt dem Edelmetall für das laufende Jahr eine Nachfrage voraus, die 1,5 Prozent über dem Angebot liegen dürfte. Damit würde sich ein relativ ausgeglichener Markt ergeben. Vor allem die industrielle Nachfrage nach Platin ist den Angaben zufolge sehr stark, auch im Automobilbereich wächst die Platinnachfrage weiter an. Bereits 2019 hat sich der Platinüberschuss deutlich reduziert. Das Angebot kletterte lediglich um ein, die Nachfrage um elf Prozent.

Diese Daten gehen aus dem Platinum Quarterly für das vierte Quartal 2019 des World Platinum Investment Council (WPIC) hervor. Demnach geht der WPIC davon aus, dass die Nachfrage das Angebot nur marginal übersteigen wird. Vor allem ist dies auf die wachsende Nachfrage im Automobilsektor zurückzuführen. So steigt der Platinbedarf pro Schwerlastfahrzeug in China sowie pro Diesel-Hybrid-PKW in Europa. Auch in der Glasherstellung steigt die Nachfrage nach Platin.

So entwickelte sich das Platinangebot

Wie aus dem aktuellen WPIC-Bericht hervorgeht, konnte das Gesamtangebot von Platin im Jahr 2019 um ein Prozent zulegen. Dabei veränderte sich das Angebot aus der Minenproduktion im Vergleich zum Vorjahr kaum, das Angebot aus recyceltem Platin stieg dagegen um zwei Prozent. Zudem stieg der Wert von Palladium und Rhodium aus recycelten Katalysatoren sprunghaft an. Dadurch wurden auch Auswirkungen auf die Mengen an Altkatalysatoren erzielt.

Bei der Platinnachfrage beobachteten die Experten einen Anstieg um elf Prozent. Insbesondere die Investitionsnachfrage kletterte dabei deutlich nach oben.

Platinschmuck entwickelt sich schlechter

Anders sah es dagegen bei der Schmucknachfrage aus. So sank die weltweite Nachfrage nach Platinschmuck im vergangenen Jahr um sieben Prozent. Am stärksten machte sich der Rückgang mit minus 14 Prozent in China bemerkbar. Aktuell hält das Coronavirus die Welt in Atem. Kann es in den kommenden Monaten nicht merklich eingedämmt werden, dürfte sich dies auch weiterhin auf die Nachfrage nach Platinschmuck auswirken. Dies dürfte vor allem in China deutlich spürbar sein, wo die Maßnahmen zur Eindämmung der weiteren Verbreitung bereits zu deutlich weniger Kundenverkehr geführt haben.

Investitionsnachfrage und Industrienachfrage nach Platin

Die Experten gehen davon aus, dass die im letzten Jahr deutlich gestiegene Investitionsnachfrage nach Platin auch 2020 weiter anhalten wird. So könnten alleine die ETF-Bestände um ein Drittel ihres im letzten Jahr erzielten Wachstums ansteigen.

Im Automobilsektor ging die Platinnachfrage im letzten Jahr um sieben Prozent zurück. Für 2020 sagen die Experten jedoch wieder einen Anstieg voraus. Zudem hat sich die Nichtverfügbarkeit von Palladium weiter verschärft. Dadurch könnte die Platinnachfrage ebenfalls angekurbelt werden.

Die industrielle Nachfrage sank im letzten Jahr um ein Prozent. Zwar nutzte man Platin vermehrt in der chemischen Industrie, doch konnten diese Zuwächse die Nachfragerückgänge in anderen Segmenten nicht ausgleichen. Hierfür dürfte vor allem eine robuste Entwicklung in der Glasindustrie verantwortlich sein. Insbesondere LCD-Glasöfen dürften den Angaben zufolge vermehrt produziert werden.

© WEGHV Redaktion