Freitag, 20. Dezember 2019

Münzen: Tscherwonez – eine sowjetische Goldmünze

Der Tscherwonez gehört zu den sowjetischen Goldmünzen, die vorwiegend Anfang und Ende des 20. Jahrhunderts geprägt wurde. Sie ist 8,6026 Gramm schwer und aus 900er Gold gefertigt. Damit entspricht die Münze ungefähr einem Feingewicht von einer Viertel Unze Gold.

Als in Russland noch der Kaiser herrschte, war der Begriff Tscherwonez eine Sammelbezeichnung für alle westlichen Goldmünzen. Allerdings wurde Tscherwonez als Begriff nach der Oktoberrevolution ab 1922 als Währungsbezeichnung auf den 1, 3 und 10er Banknoten verwendet. Diese wurden jedoch 1947 im Zuge der Währungsreform wieder abgeschafft.

1923 – erste Tscherwonez Goldmünze

Die Übergangswährung Sowsnak scheiterte in Russland. 1923 wurde daraufhin die erste russische Goldmünze mit dem Namen Tscherwonez geprägt. Auf der Rückseite sah man das Wappen der „Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepubliken“. Die Buchstaben „P.L.“ sind in der Randschrift dieses Prägejahres ebenfalls zu finden.

Ursprünglich wurden 2,75 Millionen Münzen geprägt, doch mittlerweile sind kaum noch Exemplare erhalten. Das zweite Prägejahr war 1925, aus diesem ist nur eine einzige Münze erhalten.

1975 bis 1982 – der Tscherwonez wird zur Bullionmünze

Von 1975 bis 1982 wurden 10 Rubel Tscherwonez Goldmünzen geprägt. Diese stellten allerdings kein gesetzliches Zahlungsmittel in der damaligen UdSSR dar. Die Münzen waren nämlich nicht für das Inland bestimmt. Erst 2001 änderte sich dies. Damals erkannte man den Tscherwonez als gesetzliches Zahlungsmittel auf dem Territorium der Russischen Föderation an.

In den 1970er Jahren waren Devisen in Russland knapp. Das sowjetische Politbüro kam also auf die Idee, Goldmünzen zu prägen – selbstverständlich aus dem im Land gewonnenen Gold. Diese sollten an die Besucher aus aller Welt verkauft werden, die Moskau anlässlich der Olympischen Spiele 1980 besuchten.

Tscherwonez – eine Münze mit Symbolcharakter

Der Tscherwonez war vor allem deshalb ausgewählt worden, weil auf seiner Rückseite das Wappen eines Staatenverbundes abgebildet war, den es so nicht mehr gab. Auf der Nominalseite dagegen fand man den „Rubel“, der den sozialistischen Staat symbolisierte. Der nicht mehr existente Staatenbund sollte dagegen den untergegangenen Staatenbund symbolisieren, in den der kapitalistische Klassenfeind gern investierte.

Als Vorlage für die damals geprägten Münzen diente die Münze aus dem Jahr 1923. Diese wurde unverändert übernommen, nur das Prägestättenzeichen für Moskau und Leningrad in der Randschrift ließ man weg.

© WEGHV Redaktion