Mittwoch, 24. Juli 2019

Kommt Silber endlich in Fahrt?

In der vergangenen Woche ist das Gold-Silber-Verhältnis unter 87 gefallen. Damit erreichte es ein Zehn-Wochen-Tief und ist meilenweit vom mehrjährigen Hoch von 93,5 am 03. Juli entfernt. Trotzdem bleibt das Verhältnis deutlich über dem Langzeitdurchschnitt von 58, der das Verhältnis von 1971 bis 2019 darstellt.

Die Daten gehen aus einem Bericht der „Precious Metals Weekly“ hervor. Dabei geht man von einem weiter sinkenden Verhältnis aus. Kurzfristig könnte Silber demnach schlechter als Gold abschneiden, bevor das Verhältnis merklich sinkt.

Allerdings kam Silber in der letzten Goldrallye ebenfalls in Fahrt. Am 19. Juli erreichte das weiße Edelmetall sogar ein Hoch von 16,59 US-Dollar pro Feinunze. Laut dem Beratungsunternehmen Metals Focus weist das auf eine gestiegene Investmentaktivität hin. Insbesondere bei den börsennotierten Produkten, den so genannten ETPs und an der Terminbörse COMEX dürfte sich demnach das Interesse an Silber steigern. Alleine seit Jahresbeginn stiegen etwa die Bestände der ETPs auf 675,3 Millionen Unzen. Das ist ein Plus von sieben Prozent. Allerdings geht Metals Focus von einer nachlassenden Nachfrage aus, weil die Bestände sich bereits nahe ihrem Allzeithoch bewegen.

Ähnliche Daten findet man an der COMEX. So hat sich die Netto-Short-Position des Managed Money von 190 Millionen Unzen vor wenigen Wochen in eine Netto-Long-Position von 139 Millionen Unzen gedreht. Zwar ist das noch wenig, doch es gibt noch reichlich Luft nach oben, wenn sich die Stimmung für die Edelmetalle dreht.

Makrodaten entscheidend für Silberpreisanstieg

Wie Metals Focus weiter erklärt, bleiben die Makrodaten weiterhin entscheidend für einen Preisanstieg von Silber. Das Beratungsunternehmen erwartet eine weltweite Konjunkturschwäche. Daher geht es von sinkenden Aktienkursen aus. Zunächst werden die Investoren sich dann Gold zuwenden, allerdings dürfte Silber kurz darauf vom Spillover-Effekt profitieren.

Im Ergebnis sieht Metals Focus ein besseres Abschneiden des Silbermarktes als des Goldmarktes. Dadurch könnte das Gold-Silber-Verhältnis bis Jahresende und auch ins kommende Jahr hinein weiter nach unten fallen.

© WEGHV Redaktion