Mittwoch, 21. November 2018

Silbernachfrage 2018 deutlich gesunken

Wie aus dem neuen Bericht der Branchenorganisation The Silver Institute hervorgeht, wird sich die globale Nachfrage in diesem Jahr um knapp drei Prozent reduzieren. Sie dürfte damit auf 963 Millionen Unzen des weißen Edelmetalls absinken. Bereits im letzten Jahr sank die Nachfrage nach Silber um 1,5 Prozent. 2018 dürfte somit das dritte Jahr in Folge mit einem Rückgang der Silbernachfrage sein.

In erster Linie fehlt das Interesse an physischen Silberinvestitionen. Demnach geht das Silver Institute davon aus, dass in diesem Jahr 12,2 Prozent weniger Münzen und Barren aus Silber verkauft werden. Insgesamt dürften die Verkäufe damit nur noch bei rund 253 Millionen Unzen liegen. Insbesondere in den Vereinigten Staaten sind die Silberverkäufe rapide gesunken.

Industrieller Silberbedarf sinkt

Doch auch die Nachfrage der Industrie nach Silber lässt dem Bericht zufolge nach. Hier rechnen die Experten mit einem Rückgang um 1,8 Prozent auf 585 Millionen Unzen für das gesamte Jahr 2018. So sind etwa die staatlichen Subventionen für den Bau neuer Photovoltaikanlagen gesunken, weshalb die chinesische Solarbranche deutlich weniger Silber benötigen wird. Grund für die Senkung der Subventionen ist die bereits erfolgte Übererfüllung der Ziele aus dem Fünf-Jahres-Plan der Regierung.

In der Elektro- und Elektronikindustrie ist dagegen eine positive Entwicklung der Silbernachfrage zu erwarten. Man geht von einem Anstieg der Nachfrage um 2,8 Prozent auf 250 Millionen Unzen aus.

Bei Schmuck und Silberwaren dürfte es ein leichtes Minus von 0,6 Prozent geben. Vor allem in China und Indien sind die Absatzzahlen in diesem Sektor zurückgegangen.

Silberangebot dürfte wachsen

Dagegen soll sich das weltweite Angebot an dem weißen Edelmetall 2018 leicht erhöhen. Im letzten Jahr ging das Angebot um 1,5 Prozent zurück, für 2018 geht man von einem leichten Anstieg um 0,3 Prozent aus. Insgesamt soll das Angebot rund 998 Millionen Unzen betragen, wenn die Minen tatsächlich die prognostizierten 1,6 Prozent mehr Silber fördern als im letzten Jahr. Insbesondere in Ozeanien, Afrika und Asien wurde die Silberproduktion erhöht, in Nordamerika ist dagegen ein leichter Rückgang festzustellen.

Insgesamt soll sich ein Überschuss von rund 35,5 Millionen Unzen des weißen Edelmetalls ergeben, wie aus dem Bericht des Silver Institute hervor geht. Wenn allerdings neben dem physischen Silbermarkt auch die Bestände von Börsen und börsengehandelten Fonds mit eingerechnet werden, dürfte sich ein Defizit von 16,7 Millionen Unzen ergeben. Die Lagerbestände der globalen Handelsplätze, vor allem der New Yorker COMEX, wurden schließlich deutlich aufgestockt.

Der Silberpreis zeigt sich von den Daten wenig beeindruckt. Bis 01:52 Uhr mitteleuropäischer Zeit fiel er um 0,02 US-Dollar auf nur noch 14,30 US-Dollar pro Feinunze.

© WEGHV Redaktion