Montag, 22. Juni 2015

COT-Report für Gold: Nur wenig Veränderungen

Im aktuellen Commitment of Traders (COT) Report ergab sich kaum eine Veränderung bei der Meinung zu Gold. Allerdings ist das allgemeine Interesse für das gelbe Edelmetall, ablesbar an der Zahl offener Kontrakte (Open Interest), auf ein Vier-Wochen-Hoch angestiegen. In der Woche zum 16. Juni ging es von 406.069 auf 415.718 Futures hinauf, was einem Plus von 2,4 Prozent entspricht.

Allerdings ist die Tendenz, was den Optimismus kleiner und großer Spekulanten am Markt angeht, leicht nachlassend. Die kumulierte Netto-Long-Position reduzierte sich um 2,5 Prozent von 78.589 auf nur noch 76.637 Kontrakte. Insbesondere die Kleinspekulanten waren für diesen Abwärtstrend verantwortlich, reduzierten sie doch ihre Netto-Long-Position von 3.499 auf nur noch 914 Futures.

Bei den Großspekulanten dagegen gab es einen leichten Anstieg von 75.090 auf 75.723 Kontrakte. Allerdings werden die Daten für den COT-Report stets am Dienstag einer Woche erhoben. So sind die jüngsten Entscheidungen der Fed vom Mittwoch und die Entwicklungen der Griechenland-Krise noch nicht berücksichtigt.

Fed-Daten sind für Goldpreis am wichtigsten

Wer sich die Märkte aber genauer anschaut, stellt fest, dass nicht etwa die Querelen rund um Griechenland den Goldpreis über die 1.200-US-Dollar-Marke bugsierten, sondern dass es die Aussagen der Fed am Mittwochabend waren. Die Fed-Chefin Yellen sorgte mit ihren Statements dafür, dass die Angst vor steigenden US-Zinsen nachließ. Auch wurden die Prognosen für das Wachstum des Brutto-Inlands-Produkts (BIP) für dieses Jahr deutlich verringert.

Ursprünglich ging man von einem BIP-Wachstum zwischen 2,3 und 2,7 Prozent aus. Nach den neuesten Aussagen soll das Plus nur noch bei 1,8 bis 2,0 Prozent liegen. Nach diesen Aussagen kam der Goldpreis dann in Fahrt, stieg zwischenzeitlich sogar auf über 1.208 US-Dollar pro Feinunze und durchbrach sogar die 100-Tage-Linie. Insgesamt konnte die charttechnische Stimmung am Markt sich mit dieser Entwicklung deutlich aufhellen. Jetzt bleibt nur abzuwarten, ob es auch so bleiben wird.

© WEGHV Redaktion