Mittwoch, 17. Juni 2015

Wie bewerten Deutsche Gold als Geldanlage?

Dieser Frage ging bereits zum fünften Mal das forsa-Institut im Auftrag von pro aurum nach. Ziel war es, herauszufinden, welche Geldanlage deutsche Bürger ab 18 Jahren für am besten geeignet halten, wenn es um langfristige Anlagen mit mindestens drei Jahren Laufzeit geht. Ebenfalls untersuchte man in der Umfrage, welche Geldanlagen die Deutschen überhaupt besitzen und anhand der Zustimmung zu vier verschiedenen Aussagen sollte ermittelt werden, wie die Deutschen allgemein zum Thema Gold als Geldanlage stehen.

Gold im Vergleich zu Aktien

Gold hat schon zum fünften Mal in Folge die Nase vorn. Die Befragten gaben an, dass sie sich am ehesten für Gold entscheiden würden (30 Prozent). Sie gehen davon aus, dass dieses nach drei Jahren Laufzeit den höchsten Gewinn im Vergleich zu den vier anderen, vorgegebenen Geldanlagen bringt.

Gold befindet sich damit auf einem aufsteigenden Ast in der Untersuchung und konnte den Vorsprung vor den Aktien ausbauen, die ihrerseits verloren haben. 23 Prozent der Befragten hielten jedoch Aktien für die bessere Geldanlage. Fondsanteile erachten nur zwölf Prozent der Befragten für interessant, Fest- und Termingeld kommt lediglich für sieben Prozent in Frage und Anleihen landen mit drei Prozent weit abgeschlagen auf dem letzten Platz. Erschreckend ist, dass auch bei der aktuellen Befragung 24 Prozent der Teilnehmer angaben, sich keine Einschätzung zuzutrauen, welche der Anlageformen nach drei Jahren die höchste Rendite verspricht.

Wie sehen die Experten den Goldmarkt?

Zu den Ergebnissen der Studie äußerte sich auch Robert Hartmann, Gründer von pro aurum. Er erklärt, dass das Jahr 2015 gut begonnen habe, man den Umsatz im Januar um 60 Prozent gegenüber dem Vormonat steigern konnte. Insbesondere die Privatkunden hätten eine deutlich erhöhte Nachfrage nach Gold gezeigt. Jedoch wandelte sich das Bild bereits ab März, die Goldverkäufe sanken rapide ab.

Dieses Problem zeigte sich aber nicht nur auf dem deutschen Markt, sondern auch auf internationaler Ebene. So gab die US Mint als wichtiger Münzproduzent an, dass im Mai der geringste Absatz der Münze „American Eagle" seit acht Jahren verzeichnet werden musste.

Trotzdem ist sich Hartmann sicher, dass man an diesem Trend nicht ablesen könne, Privatkunden hätten sich ganz aus dem Edelmetallmarkt verabschiedet. Das zeigt auch die Studie deutlich, nach der die meisten Befragten Gold noch die höchsten Gewinne zutrauen. Dass Fest- und Termingelder so stark nachgegeben haben, dürfte am Nullzins liegen, der derzeit geboten wird. Hartmann erklärt weiter, dass für mehr als 70 Prozent der Deutschen Gold weiterhin eine sichere Geldanlage sei – und das trotz der massiven Kursschwankungen in den letzten Jahren.

Welche Geldanlagen halten die Deutschen?

Eine weitere wichtige Frage der forsa-Umfrage richtete sich danach, welche Geldanlagen die Deutschen überhaupt halten. Ein Drittel (34 Prozent) gab an, eine Lebensversicherung abgeschlossen zu haben. Bausparvertrag, Bausparplan und Tagesgeldkonto nutzen 32 Prozent und 27 Prozent setzen auf die Immobilie als Geldanlage. Fondsanteile halten 23 Prozent, Fest- und Termingeld 19 Prozent und in Aktien haben immerhin 15 Prozent investiert.

Investitionen in Goldbarren oder –münzen sind dagegen seltener, dies gaben nur neun Prozent der Befragten an. Beim Silber ist der Anteil mit fünf Prozent noch geringer. Antiquitäten wurden von sieben Prozent der Befragten als Geldanlage gesehen und fünf Prozent halten wertvolle Kunstgegenstände für eine Geldanlage. Zertifikate kamen für fünf Prozent der Befragten, Anleihen für vier Prozent in Frage.

Wie beurteilen die Deutschen Gold als Geldanlage?

Zum Schluss folgte die wichtigste Frage in der Untersuchung – diese wurde anhand der Zustimmung zu insgesamt vier Aussagen ermittelt. Der größte Teil der Befragten (77 Prozent) hielt Gold für eine gute Ergänzung zu anderen Geldanlagen, ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr. 71 Prozent gaben an, dass Gold eine sichere Geldanlage sei. Im letzten Jahr gaben das nur 68 Prozent an. Eignet sich Gold für risikoscheue Anleger? Diese Frage beantworteten 62 Prozent der Befragten mit Ja, im letzten Jahr waren es noch 58 Prozent. Die letzte Aussage berief sich darauf, dass Gold aktuell eine lohnende Anlage sei, weil die Preise steigen würden. Dieser Aussage stimmten allerdings nur 47 Prozent zu.

© WEGHV Redaktion