Mittwoch, 05. Mai 2021

Weniger Gold in den Prägestätten sorgt für Preisaufschläge

Für Kitco News hat Michelle Makori zuletzt ein Interview mit dem ehemaligen U.S. Mint Direktor Ed Moy geführt. Darin führte der Experte aus, dass es weltweit einen Mangel an physischen Gold- und Silberprodukten gibt. Dies führe zu einem Aufschlag auf Gold- und Silbermünzen und -barren, so dass der Spotpreis und der Preis, den Privatanleger zahlen müssen, große Unterschiede aufweisen.

Laut Moy ist der Hauptgrund für diese Diskrepanz, dass die Prägestätten der wachsenden Nachfrage nach Barren und Münzen nicht mehr nachkommen können. Neben der U.S. Mint betrifft das auch fast alle anderen großen Prägestätten weltweit, wie etwa die australische Perth Mint oder die mexikanische Münzprägeanstalt. Fast allen Prägestätten ist das Gold ausgegangen. Sie können keine Vorräte anlegen und es gibt etliche Engpässe. Viele Einzelhändler haben daher auch massive Probleme, an das Gold heranzukommen.

Aufgelder bis zu 20 Prozent keine Seltenheit mehr

Laut Moy sind Aufgelder bis zu 20 Prozent keine Seltenheit mehr. Bei einem Spotpreis von 1.775 US-Dollar pro Feinunze kann es vorkommen, dass die American Eagle Münze in Gold beim Händler für mehr als 2.000 US-Dollar pro Feinunze angeboten wird.

Moy sieht als wichtigen Grund, dass die Spotpreise nicht zum prämienbereinigten Preis von Gold und Silber aufgeschlossen haben, vor allem die Überschwemmung des Marktes mit Goldderivaten. Allerdings ist es laut Moy nur noch eine Frage der Zeit, bis die Short-Kontrakte auslaufen, die derzeit dafür verantwortlich zeichnen, dass der Goldpreis niedrig bleibt.

Goldpreis dürfte bald wieder steigen

In den nächsten sechs Monaten geht Moy daher auch von einem über 2.000 US-Dollar pro Feinunze ansteigenden Goldpreis aus. Er hält sogar 2.100 US-Dollar pro Feinunze im kommenden halben Jahr für durchaus realistisch.

© WEGHV Redaktion