Montag, 31. August 2020

Gold laut WGC weiterhin mit starken Fundamentaldaten

Der World Gold Council (WGC) hat den jüngsten Bericht zum Goldangebot und der -nachfrage veröffentlicht. Auf dieser Basis sprach Neils Christensen von Kitco News mit Juan Carlos Artigas über seine Einschätzungen Gold gegenüber. Artigas ist Leiter des Research-Bereichs beim WGC.

Seinen Angaben zufolge dürfte die Nachfrage nach Goldinvestments trotz gestiegener Goldpreise auch im weiteren Jahresverlauf äußerst hoch ausfallen. Nach wie vor seien die Anleger derzeit damit beschäftigt, die Auswirkungen der Corona-Pandemie einzuschätzen. Sie müssen sich zudem in einem Umfeld extrem hoher Liquidität und niedriger Zinsen zurechtfinden. Daher seien die Fundamentaldaten, die für Gold sprechen, nach wie vor sehr stark.

Anleger müssen Artigas zufolge die Zinssätze genau beobachten. Aufgrund der niedrigen Zinsen sind viele Investoren gezwungen, höhere Risiken einzugehen und hätten weniger „Safe-Haven-Absicherungen“. Genau das macht Gold aber umso attraktiver. Waren einst fehlende Renditen beim Gold ein Grund zur Abschreckung, so sind die niedrigen, teils sogar negativen Zinssätze für andere Anlagen derzeit ein Goldtreiber. In der Vergangenheit hat das gelbe Edelmetall immer wieder gezeigt, dass es vor allem in Zeiten negativer Realzinsen einen hohen Schutz vor Rücksetzern an den Aktienmärkten bietet.

WGC-Bericht unterstützt die Aussagen

Auch der jüngste WGC-Bericht „Gold Demand Trends“ zeigt ein ähnliches Bild. Während des zweiten Quartals kam es insbesondere bei den Gold-ETFs zu Rekordzuflüssen. Allerdings ging die Nachfrage nach physischem Gold im gleichen Zeitraum um elf Prozent zurück.

Trotzdem geht Artigas davon aus, dass diese in den Emerging Markets wieder anziehen wird. Derzeit würden viele Menschen Gold vor allem deshalb kaufen, um ihr Vermögen vor der Abwertung von Währungen zu schützen. Weltweit wird das gelbe Edelmetall zwar als langfristige, aber als sehr zuverlässige Investition zur Kapitalerhaltung angesehen. Zudem ist die Währungsschwäche derzeit für fast alle Anleger Realität.

© WEGHV Redaktion