Montag, 29. Juni 2020

Pandora will auf recyceltes Gold umstellen

Pandora ist der weltgrößte Schmuckhersteller und überraschte in diesen Tagen mit einem Novum: Nicht nachhaltigen Produktionen von Juwelen, Edelmetallen und Co. sagt Pandora den Kampf an. Als Begründung gibt man an, dass die Nachfrage nach umweltfreundlichen Produkten stetig steigt.

Das dänische Unternehmen Pandora, das auch in der Schweiz mehrere Filialen betreibt, hat es sich zum Ziel gesetzt, bis 2025 für das gesamte selbst und von Zulieferern verarbeitete Gold und Silber nur noch Altmetalle zu nutzen.

Pandora als Vorreiter der Branche

Pandora ist damit der erste Großjuwelier weltweit, der bisher einen solchen Schritt angekündigt hat. Ziel sei es, in fünf Jahren komplett CO2-neutral zu arbeiten. Dabei spielt die Versorgung mit Rohstoffen, also etwa Gold und Silber, eine wichtige Rolle. So gibt das Unternehmen an, dass recyceltes Silber zwei Drittel weniger Treibhausgas-Emissionen verursache als frisch aus den Minen gefördertes Silber. Beim Gold sollen die Einsparungen der Emissionen sogar bei 99 Prozent liegen. Weiterhin können Umweltschäden vermieden werden, die bei der Förderung und Suche nach Edelmetallen ebenfalls entstehen.

Ganze Landschaften werden auf der Suche nach Gold umgegraben, Flüsse und Böden mit giftigen Chemikalien verseucht, die bei der Lösung des Metalls aus dem Gestein freigesetzt werden. Gleichzeitig werden Unmengen von Treibhausgasen ausgestoßen, wenn die Metalle geschmolzen werden.

Goldvorkommen ist groß

Das muss aber gar nicht sein, wenn man bedenkt, wie viel Gold und Silber es bereits gibt. 187.200 Tonnen sollen es sein, die in der Geschichte der Menschheit bereits gefördert wurden, wie aus einer Schätzung des Branchenverbandes World Gold Council hervorgeht. Alleine bei der US-Notenbank lagen zuletzt Goldreserven von rund 8.100 Tonnen, China und Russland lagern etwa 2.000 Tonnen des gelben Edelmetalls als Reserven ein. Gold wird dabei, anders als etwa Silber oder Platin, in der Industrie kaum genutzt. Es gilt lediglich als wertvoll und daher stark nachgefragt.

Demnach wird weiter Gold gefördert, knapp 3.000 Tonnen pro Jahr. Hinzu kommen 23.700 Tonnen Silber. Die Recyclingquoten sehen ganz anders aus: Nur 1.400 Tonnen Gold werden pro Jahr recycelt, beim Silber sind es 4.800 Tonnen.

Über die Hälfte der weltweiten Goldproduktion, rund 2.200 Tonnen, landen aber in den Schmuckschatullen der Verbraucher, beim Silber sind es etwa 5.300 Tonnen. Da stellt sich schnell die Frage, warum es nicht längst viel mehr Schmuck aus recycelten Edelmetallen gibt.

Pandora will die Nachfrage ankurbeln

Pandora Chef Alexander Lacik erklärte dazu gegenüber der „Financial Times“, dass die Nachfrage bisher nicht da gewesen sei. Dabei sei Silber das wichtigste Material des Unternehmens. 340 Tonnen pro Jahr verarbeitet Pandora nach eigenen Angaben jährlich, ebenso wie 300 Kilogramm Gold. Zwar habe man bereits heute eine gute Quote und verarbeite zu mehr als zwei Dritteln recyceltes Gold und Silber, doch man wolle mit der aktuellen Ankündigung ein Zeichen setzen. Gleichzeitig erhofft man sich dabei, die Nachfrage entsprechend anzukurbeln.

© WEGHV Redaktion