Dienstag, 12. Mai 2020

So sah es am Weltgoldmarkt im ersten Quartal aus

Der World Gold Council (WGC) hat die offiziellen Daten zum Weltgoldmarkt für das erste Quartal 2020 herausgegeben. Demnach ist die Nachfrage nach dem gelben Edelmetall in den ersten drei Monaten des Jahres um 1.083,8 Tonnen gestiegen, was einem Plus von etwa einem Prozent entspricht.

Deutlich positive Entwicklungen verzeichneten auch die weltweiten Gold-ETFs, die von Januar bis März Zuflüsse von 298 Tonnen verzeichneten. So kamen sie zum Quartalsabschluss auf einen Goldbestand von 3.185 Tonnen. Anders sah es dagegen bei der Nachfrage nach Goldbarren und -münzen aus. Hier musste man einen Rückgang auf 241,6 Tonnen, was rund sechs Prozent entspricht, verzeichnen. Die Nachfrage nach Goldbarren fiel auf 150,4 Tonnen – das ist ein Minus von 19 Prozent. Die Nachfrage nach Münzen kletterte dagegen um 36 Prozent auf 76,9 Tonnen.

Deutliche Nachfragerückgänge verzeichnete der Goldschmucksektor. Hier gab es ein Minus von 39 Prozent, die Nachfrage lag nur noch bei 325,8 Tonnen. Alleine Indiens Nachfrage brach um 41 Prozent ein, in China war sogar ein Minus von 65 Prozent zu verzeichnen. Neben der Corona-Pandemie macht der WGC auch die stark angezogenen Goldpreise für diese Entwicklung verantwortlich.

Industrielle und Zentralbanknachfrage nach Gold

Die industrielle Goldnachfrage ging um acht Prozent auf 73,4 Tonnen zurück. Dabei hat die Elektronikbranche sieben Prozent weniger Gold nachgefragt, die Nachfrage nach Zahngold ging um neun Prozent zurück und andere Industrien benötigten 13 Prozent weniger Gold.

Die Zentralbanken sind weiterhin an Gold interessiert. Trotzdem lag die Nachfrage mit 145 Tonnen acht Prozent unter den Werten des Vorjahresquartals. Schon im April hatte zudem die russische Zentralbank angekündigt, ihr langjähriges Goldkaufprogramm zu beenden.

Goldangebot sinkt ebenfalls

Ebenfalls ergab sich ein sinkendes Goldangebot im ersten Quartal 2020. Es fiel auf 1.066,2 Tonnen und lag damit vier Prozent unter den Vorjahreswerten. Die Produktion der Minen ging um drei Prozent zurück und belief sich nur noch auf 795,8 Tonnen. Selbst beim Recycling-Gold gab es einen Rückgang um vier Prozent auf 280,2 Tonnen.

Gold-ETFs profitieren aktuell

Die besten Entwicklungen legen derzeit die Gold-ETFs und ähnliche Produkte hin. Alleine im März haben die weltweiten Gold-ETFs Zuflüsse von 151 Tonnen Gold im Wert von 8,1 Milliarden US-Dollar verzeichnet. Das ist ein Plus von fünf Prozent gegenüber dem Vormonat. Sie erreichten damit gleichzeitig einen neuen Rekordwert bei ihren Beständen von 3.185 Tonnen.

Die Zuflüsse in europäischen ETFs beliefen sich auf 84 Tonnen, in Nordamerika gab es Zuflüsse von 57 Tonnen, in Asien von 4,9 Tonnen und in den übrigen Regionen von 4,7 Tonnen. Die gesamten Zuflüsse von 298 Tonnen im ersten Quartal 2020 sind der größte Mengenanstieg in einem Quartal seit 2016. In US-Dollar gab es sogar den größten Anstieg überhaupt.

© WEGHV Redaktion