Freitag, 20. Dezember 2019

Zentralbank von Sudan will aus Goldhandel aussteigen

Wie aus einem Bericht von Scrap Monster hervorgeht, will die Zentralbank Sudans aus dem Goldhandel aussteigen. Das soll der sudanesische Finanzminister bereits in der letzten Woche verkündet haben. Hintergrund ist die heftige Kritik daran, dass das Ministerium Bargeld drucken ließ, das für Goldkäufe der Bank vom Kleinbergbau verwendet wurde. Durch dieses Vorgehen soll die Inflationsrate im Land stark angestiegen sein. Alleine im November 2019 kletterte diese auf 60,67 Prozent.

Was erwartet man sich von der Einstellung des Goldhandels?

Wenn nun der Goldhandel durch die Zentralbank eingestellt würde, könnte dies den Wechselkurs des sudanesischen Pfunds gegenüber dem US-Dollar verringern. Darüber hinaus wurde die Einführung einer Goldbörse in Khartum vorgeschlagen. Von dieser erhofft man sich eine Reduzierung des Goldschmuggels im Land.

Wirtschaftswissenschaftler fordern dagegen mehr Klarheit zum Ausstiegsplan der Bank. Sie fordern zudem, dass das Ministerium klare Regelungen dazu trifft, ob etwa Geschäftsbanken im Sudan weiter Goldkäufe durchführen dürfen.

Über den Goldbergbau im Sudan

Schätzungen der sudanesischen Regierung haben ergeben, dass das Land pro Jahr rund 120 bis 200 Tonnen Gold fördert. Der Gesamtumsatz mit dem gelben Edelmetall wird pro Jahr auf fünf Millionen US-Dollar geschätzt. Fünf Millionen Menschen werden zudem in der Goldbergbaubranche des Sudans beschäftigt.

Allerdings stammen rund 85 Prozent des im Sudan geförderten Goldes von informellen Goldschürfern. Knapp 37 Prozent der gesamten Exporte des Landes machen zudem die Goldexporte aus.

© WEGHV Redaktion