Freitag, 08. November 2019

WGC: So war es um die Goldnachfrage im dritten Quartal bestellt

Der World Gold Council (WGC) hat einen Bericht zur Goldnachfrage im dritten Quartal 2019 veröffentlicht. Insgesamt konnte eine Nachfragesteigerung auf 1.107,9 Tonnen des gelben Edelmetalls verzeichnet werden.

Generell zeigte sich der Markt zwar eher schwach, doch wurde dies durch starke Zuflüsse in börsennotierte Fonds überdeckt. Insgesamt 258 Tonnen Gold flossen im dritten Quartal in die Fonds, so dass sich eine Steigerung der Nachfrage um drei Prozent ergab. Insgesamt kamen die Gold-ETFs im dritten Quartal auf einen Bestand von 2.855,3 Tonnen Gold und erreichten damit ein neues Rekordhoch.

Nachfrage nach physischem Gold rückläufig

Weniger gefragt war allerdings der Goldschmuck im dritten Quartal. Dessen Nachfrage fiel um 16 Prozent auf nur noch 460,9 Tonnen des gelben Edelmetalls. Experten sehen den anhaltend hohen Goldpreis als Hauptgrund für die Entwicklung an. Aber auch die Sorgen der Verbraucher über den Zustand der Weltwirtschaft führten sie als Begründung für die schwächere Nachfrage mit an.

Eine ähnliche Entwicklung zeigte sich bei der Nachfrage nach Goldbarren und –münzen. Lediglich 150,3 Tonnen wurden in den drei Monaten des Berichtszeitraums nachgefragt. Das ist ein Rückgang von satten 50 Prozent. Insbesondere Kleinanleger haben laut WGC die Chance genutzt und ihre Gewinne mitgenommen, anstatt neue Investitionen zu tätigen.

Ebenfalls rückläufig zeigte sich die Goldnachfrage aus der Technologiebranche. Sie fiel um vier Prozent. Grund dafür sind die anstehenden wirtschaftlichen Herausforderungen. Dass die Technologie-Nachfrage nicht noch weiter sank, hat man der aufkommenden 5G-Infrastruktur zu verdanken. Sie hat den Rückgang im Elektroniksektor deutlich abgemildert.

Zentralbanken bauten Goldreserven aus

Anders sah es bei den Zentralbanken aus, die ihre Reserven im dritten Quartal 2019 ausbauten. Sie kauften insgesamt 156,2 Tonnen Gold hinzu. Im Vergleich zum dritten Quartal 2018 entspricht das zwar einem deutlichen Rückgang von 38 Prozent. Dennoch sind die Zentralbankkäufe seit Jahresbeginn auf 574,5 Tonnen Gold gestiegen. Für die ersten drei Quartale des Jahres wurde somit ein Plus von zwölf Prozent bei den Zentralbankkäufen im Vorjahresvergleich erzielt.

Goldproduktion ist stabil

Stabil zeigte sich laut dem WGC-Bericht die Goldproduktion in den Minen. Sie belief sich im dritten Quartal auf 877,8 Tonnen des gelben Edelmetalls und zeigte sich damit nahezu unverändert. Allerdings kam das Goldrecycling aufgrund der gestiegenen Preise in Fahrt. Dadurch hat sich das Angebot um vier Prozent auf 1.222,3 Tonnen erhöht.

 

© WEGHV Redaktion