Donnerstag, 27. Juni 2019

Andorra Eagle – die Goldmünze im Überblick

Der Andorra Eagle gehört zu den noch sehr jungen Goldmünzen. Er wurde erst 2009, genau ein Jahr nach Einführung des Andorra Eagle in Silber, vorgestellt. Der namensgebende Kleinstaat Andorra, der in den östlichen Pyrenäen zwischen Frankreich und Spanien liegt, wurde als Fürstentum schon 1278 gegründet. Mittlerweile zählt er zu den größten der sechs europäischen Zwergstaaten – zumindest auf die Fläche bezogen. Andorra hat allerdings nie eine eigene Währung besessen, sondern die der Nachbarländer übernommen.

So sieht der Andorra Eagle in Gold aus

Der Andorra Eagle wird von einem Adler mit gespreizten Flügeln geziert, der auf einem Felsen sitzt. Das Motiv ist bei der Gold- und Silbermünze dasselbe. Über dem Adler findet sich das Herkunftsland Andorra, unter ihm ist der Nennwert in „Diner“ angegeben. Außerdem findet sich unten eine Rundschrift in Katalanisch, aus denen die Angaben zum Feingewicht in Gramm bzw. Unzen und zur Feinheit hervorgehen.

Die Andorra Eagle Goldmünze wird aus 99,9 Prozent Gold hergestellt. Die Währung „Diner“ ist eine Kunstwährung, die das Fürstentum Andorra für Sammler- und Anlagemünzen verwendet. Zusätzlich wird die Münzvorderseite vom viergeteilten andorranischen Wappen samt Mitra und Bischofsstab des Bischofs von Urgell geziert. Hinzu kommt die Darstellung von zwei Kühen und sieben Pfählen. Letztere sind aufgeteilt: Vier befinden sich im linken unteren, drei im rechten oberen Viertel der Münze. Der Münzrand des Andorra Eagle ist fein gekerbt, eine Inschrift ist allerdings nicht vorhanden.

Andorra Eagle in verschiedenen Stückelungen

2009 und 2010 wurde der Andorra Eagle in Gold nur in den Stückelungen zu einer Zehntel und einer Unze hergestellt. 2011 wurde außerdem eine Variante mit einem Feingewicht von einem Gramm produziert. Damals war der Andorra Eagle die erste Goldmünze mit diesem Gewicht auf der Welt. 2013 folgten Stückelungen zu einer halben und einer viertel Unze.

Die Goldmünzen werden vorrangig im deutschsprachigen Raum vermarktet. Daher sind sie eher zu den unbekannten Anlagemünzen zu zählen. Die Goldmünzen werden in Folie eingeschweißt ausgeliefert. Einzige Ausnahme bildet die Variante zu einem Gramm, die in dekorativen Kapseln verpackt wird. Sie ist auch in Big Packs mit 25 bzw. 50 Stück erhältlich.

Andorra Eagle – eine Agenturausgabe

In Fachkreisen bezeichnet man den Andorra Eagle auch als Agenturausgabe. Als Lizenznehmer agiert die Castell Mint GmbH aus Konstanz am Bodensee. Diese vergab den Großteil der Auftragsfertigung an das Bayerische Hauptmünzamt in München. Die übrigen Münzen werden von der Leipziger Edelmetallverarbeitung GmbH (LEV) geprägt.

Da Andorra zwar nicht zu den EU-Mitgliedern zählt, den Euro aber schon seit dessen Einführung als gesetzliches Zahlungsmittel nutzt, und bereits 2014 eigene Euromünzen herausgab, bleibt allerdings fraglich, ob man die Kunstwährung „Diner“ weiterhin beibehalten wird.

© WEGHV Redaktion