Mittwoch, 17. April 2019

Indiens Goldschmuggel auf dem absteigenden Ast

Kurz vor den Wahlen in Indien ist der Goldschmuggel im Land rückläufig. Grund dafür: Die Schmuggler befürchten, dass das Gold beschlagnahmt werden könnte, so Branchenexperten gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Parteien bieten in Indien vor Wahlen oft Geld oder Waren an, um so Wählerstimmen zu kaufen. Um dies zu verhindern, werden bei Straßenkontrollen häufig Bargeld, Gold, Alkohol und andere hochwertige Waren beschlagnahmt. Alleine im letzten Monat hat man in Indien 107 Kilogramm Gold beschlagnahmt, das einen Wert von 4,3 Millionen US-Dollar hatte. Damit war es die größte Beschlagnahmung seit Beginn des Wahlkampfs.

Anantha Padmanabahn, der Vorsitzende des All India Gem and Jewellery Domestic Council (GJC), erklärte Reuters gegenüber, dass nach der großen Beschlagnahmung in Mumbai der Goldschmuggel drastisch zurückging. Er geht davon aus, dass die Schmuggler das Risiko einer Beschlagnahmung in Zeiten des Wahlkampfs nicht eingehen wollen.

Außerdem werden immer mehr zufällige Kontrollen von Fahrzeugen durchgeführt. Das macht es Schmugglern nahezu unmöglich, Bargeld und Gold in Indien zu bewegen. Das wiederum hat positive Auswirkungen auf das Goldgeschäft der Banken, das sich in den letzten Monaten verbessert hat.

Goldschmuggel nach Importzöllen erhöht

Nachdem Indien 2013 die Importzölle für Gold auf zehn Prozent erhöhte und 2017 eine dreiprozentige Mehrwertsteuer auf Bullion einführte, ist der Goldschmuggel im Land drastisch angestiegen. Laut World Gold Council (WGC) wurden alleine im letzten Jahr bis zu 95 Tonnen des gelben Edelmetalls nach Indien geschmuggelt. Indiens Vereinigung von Goldraffinerien und Prägestätten geht sogar von der doppelten Menge aus. Das Gold kann auf dem so genannten grauen Markt günstiger verkauft werden, weil man die Steuern umgeht.

© WEGHV Redaktion