Montag, 21. Januar 2019

Goldbestände Venezuelas in der Bank of England gestiegen

Venezuelas Goldbestände, die bei der Bank of England liegen, sind laut einem Bericht von Reuters nach einem Swap-Geschäft mit der Deutschen Bank gestiegen. Allerdings zögert Großbritannien, das für die OPEC-Nation aufbewahrte Gold auch tatsächlich freizugeben.

Dabei versucht die Regierung rund um Nicolas Maduro bereits seit dem letzten Jahr, Gold im Wert von 550 Millionen US-Dollar von der Bank of England zurück nach Venezuela zu bringen – aus Angst davor, das Gold könnte sonst in internationale Sanktionen für das Land verwickelt werden.

31 Tonnen Gold bei der Bank of England

Die Bestände Venezuelas bei der Bank of England verdoppelten sich im Dezember 2018 auf 31 Tonnen. Sie haben einen Gesamtwert von 1,3 Milliarden US-Dollar. Diese Entwicklung war durch ein Swapgeschäft Venezuelas mit der Deutschen Bank möglich. Nachdem man dieser die Finanzmittel zurückgegeben hatte, für die das Gold als Sicherheit diente, haben sich die Bestände so positiv entwickelt. Schon 2015 soll Venezuela übrigens 17 Tonnen des gelben Edelmetalls für einen Kredit der Deutschen Bank aufgebracht haben.

Trotzdem zeigten die Zentralbankstatistiken ein anderes Bild von Venezuela. Ihnen zufolge fielen die Goldbestände von 150 Tonnen zu Jahresbeginn auf 134 Tonnen bis Ende November. Experten gehen davon aus, dass das jetzt zurück erhaltene Gold von Venezuela für Tauschgeschäfte mit der Türkei eingesetzt wird.

Venezuelas Goldbestände einfrieren

Unterdessen verstärkt sich der Druck auf die Bank of England, die Goldbestände Venezuelas nicht freizugeben. Weder die Opposition im Land, noch Mitglieder aus dem britischen Parlament wollen, dass Maduro durch die Bank of England unterstützt wird. Sie sehen seine zweite Amtszeit als rechtswidrig an.

Wenn Venezuela aber das bei der Bank of England lagernde Gold verliert, wäre dies ein herber Rückschlag für die Finanzen des Landes. Andererseits könnte die Verweigerung der Rückgabe des Goldes auch zu Verunsicherungen bei anderen Ländern führen, die ihre Goldbestände ebenfalls bei der Bank of England einlagern.

Maduro sieht vor allem die Sanktionen aus Washington als Problem an. Zudem führe die Opposition in seinem Land einen „Wirtschaftskrieg“ gegen seine Regierung. Maduros Kritiker dagegen glauben, dass das staatlich geführte Wirtschaftsmodell in Verbindung mit der Verstaatlichung privater Unternehmen sowie den strengen Devisenkontrollen zu den Problemen des Landes führen.

© WEGHV Redaktion