Mittwoch, 14. November 2018

Neues Goldhandelszentrum geplant

Die französische Zentralbank Banque de France plant Berichten zufolge die Gründung eines neuen Goldhandelszentrums in Paris. Dafür will sie laut Angaben der Nachrichtenagentur Reuters mit JP Morgan zusammenarbeiten. Insbesondere sollen Dienstleistungen für andere Zentralbanken angeboten werden, wie etwa Leasings, Goldswaps oder die Einlagerung staatlicher Goldreserven.

Sylvie Goulard, die stellvertretende Gouverneurin, gab bekannt, dass man eine Partnerschaft mit einer „großen Geschäftsbank“ eingegangen sei. Dabei soll es sich mehreren Quellen zufolge um JP Morgan, eine der größten Bullionbanken der Welt handeln. Sie ist unter anderem am Clearing des Londoner Goldmarkts mit beteiligt.

Paris soll neuer Knotenpunkt der Finanzwelt werden

Mit dem neuen Goldhandelszentrum wird ein größerer Plan verfolgt: Demnach soll Paris nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU zu einem der entscheidenden neuen Knotenpunkte der Finanzwelt werden. Bislang gehörte dagegen die Bank of England zu den wichtigsten Treuhändern und Dienstleistern im Bereich der offiziellen Goldreserven. Ebenfalls werden am Handelsplatz der Londoner LBMA täglich Goldgeschäfte im Gesamtwert von 25 Milliarden US-Dollar abgewickelt.

Bei der Banque de France ist man anonymen Quellen zufolge jedoch überzeugt, dass vor allem europäische Kunden nach dem Brexit nach Alternativen zum klassischen Londoner Goldmarkt suchen.

Bereits vor mittlerweile sechs Jahren begann die französische Zentralbank damit, ihre Dienstleistungen im Goldsektor zu erweitern. Jetzt werden laut Medienberichten auch die Tresorräume modernisiert und die Qualität der eigenen Goldreserven verbessert. So wären sie für den Handel am internationalen Markt besser geeignet.

© WEGHV Redaktion