Donnerstag, 23. April 2015

Silber – wer produziert am meisten?

Silber, der kleine Bruder des Goldes, gilt gemeinhin als nicht ganz so beliebt wie das gelbe Edelmetall. Das zeigt sich auch an schwächeren Preisen. Trotzdem wurde in den vergangenen Jahren immer mehr Silber produziert. Waren es 2010 noch 23.100 Tonnen des weißen Edelmetalls, das gefördert wurde, stieg die Menge ein Jahr später bereits auf 23.800 Tonnen. 2012 waren es 24.000, 2013 26.000 und 2014 26.100 Tonnen Silber, die gefördert wurden.

Doch wer sind die Produzenten, die Jahr für Jahr neues Silber auf den Markt bringen. Die Top Ten Silber Produzenten haben wir im Folgenden zusammengestellt:

Platz 10: Kanada

Kanada landet im Ranking auf Platz zehn und förderte 2014 646 Tonnen Silber. Vor allem Silvercorp ist in diesem Land bekannt. Allerdings suchen Silvercorp und Co. ihr Silberglück seltener in Kanada, als viel häufiger in den traditionellen Silberregionen der Welt. Dennoch gibt es natürlich auch in Kanada Silber zu entdecken. British Columbia ist einem Regierungsbericht zufolge die Region, in der besonders viel Silber vorkommt. Das meiste Silber, das in Kanada gefördert wird, stammt allerdings nicht aus reinen Silber-, sondern häufiger aus Polymetallproduktionen, wo das weiße Edelmetall nur eine untergeordnete Rolle spielt.

Platz 9: Die USA

Platz neun geht an die USA, wo unzählige kleine Produzenten sowie drei große Silberminen aktiv sind. Im Vergleich zum Jahr 2013 konnten die USA die Silberproduktion um 130 Tonnen auf nun 1.140 Tonnen steigern. Das meiste Silber wird in Alaska und Nevada gefördert, die dort produzierte Menge übertrifft sogar die Menge, die in allen anderen Bundesstaaten zusammen gefördert wird. Wichtigster Silberproduzent in den USA ist Coeur Mining, wobei das Unternehmen auch Silberminen in Südamerika und Australien betreibt.

Platz 8: Polen

Überraschend schafft es auch Polen in die Top Ten der Silberproduzenten und kommt mit einer Produktion von 1.200 Tonnen im Jahr 2014 auf Platz acht. Vor allem die KGHM Polska Miedz gehört sogar laut Silberinstitut zu den wichtigsten Produzenten weltweit. Im kommenden Jahr will man noch weiter wachsen, was nicht verwunderlich ist, schaut man sich die Reserven in Polen an. Gut 85.000 Tonnen Silberreserven sollen noch im Boden schlummern, das ist der zweithöchste Wert weltweit.

Platz 7: Chile

Auf Platz sieben hat sich Chile mit ebenfalls 1.200 Tonnen Silberproduktion im Jahr 2014 festgesetzt. In den kommenden Jahren soll die Produktionsleistung sogar noch erhöht werden. So soll ein neues Programm aufgelegt werden, wie die Agentur für Wirtschaftsentwicklung bestätigte, um den Unternehmen höhere Energieeffizienz und Kosteneinsparungen zu ermöglichen. Zwar werden die Pläne noch diskutiert, allerdings heißt es in Berichten, dass ein massiver Ausbau des Bergbaus bis 2035 angedacht ist, wodurch auch die Silberproduktion ansteigen könnte.

Platz 6: Bolivien

Mit einer Gesamtproduktion von 1.300 Tonnen in 2014 belegt Bolivien Platz sechs im Ranking. Im Vergleich zum Vorjahr blieb die Produktion damit konstant. Insgesamt stehen im Land aber noch 22.000 Tonnen Silberreserven zur Verfügung, der neunthöchste Wert weltweit. So könnte das Land künftig noch mehr Silber fördern. Die wichtigste Region für den Silberabbau in Bolivien ist die Potosi Region. Die drei größten Silberreserven des Landes liegen dort und befinden sich im Besitz der San Christobal Mine.

Platz 5: Russland

Ebenfalls überraschend ist, dass Russland beim Silber zumindest nur den fünften Platz im Ranking aufweist. Insgesamt 1.700 Tonnen des weißen Edelmetalls wurden in Russland 2014 gefördert. Damit hält das Land an konstanten Abbaumengen fest. Von den fünf größten Silberminen Russlands gehören vier der Polymetal International, die damit den Silbermarkt des Landes dominiert. Wie viele Silberreserven Russland noch aufweist und ob man sich weiter als Top Five Produzent behaupten kann, ist allerdings nicht bekannt.

Platz 4: Australien

In Australien wurden 2014 1.900 Tonnen Silber gefördert, so dass sich das Land knapp ans Siegertreppchen vorankämpft. In der Regel kommt das Silber allerdings in Australien als Nebenprodukt vor, trotzdem blickt es in diesem Land auf eine lange Geschichte zurück. Als spezieller Silberproduzent hat sich in den 1920er Jahren BHP Billiton gegründet, mittlerweile ist aber auch dieses Unternehmen ein Multimetallproduzent. Trotzdem ist die Cannington Mine in Queensland bis heute die ertragreichste des gesamten Kontinents.

Platz 3: Peru

Auf dem Siegertreppchen tummeln sich die allergrößten Silberproduzenten, die alle anderen Plätze sehr weit hinter sich lassen. So wurden in Peru 2014 stolze 3.700 Tonnen Silber produziert. Die Silberreserve liegt bei 98.000 Tonnen – das ist weltweit die größte Reserve des weißen Edelmetalls. Aufgrund der hohen Silberreserven könnte sich Peru im Ranking in den kommenden Jahren sogar noch weiter nach vorne kämpfen. Die Antamina Mine im Norden des Landes gilt als wichtigster Produzent von Silber. Trotzdem handelt es sich eigentlich um eine Kupfermine, die Silber nur als Nebenprodukt abbaut.

Platz 2: China

Mit 4.200 Tonnen Jahresproduktion an Silber im vergangenen Jahr holt sich China die Silbermedaille. Schon seit 2002 ist hier ein kontinuierlicher Zuwachs bei der Silberproduktion zu verzeichnen. In diesem Jahr lag man im Weltranking noch auf Platz vier und kommt heute bereits nahe an den Erstplatzierten heran. Allerdings werden in China kaum reine Silberminen betrieben, sondern stammen 95 Prozent der geförderten Silbermengen aus Produktionsstätten, die Silber nur als Nebenprodukt abbauen. Zu den führenden Gesellschaften für die Silberproduktion in China gehört Silvercorp Metals. Das Unternehmen fördert das weiße Edelmetall derzeit an zwei Standorten, entwickelt aber bereits eine weitere Mine in China.

Platz 1: Mexiko

And the Winner is.... Mexiko. Mit 4.700 Tonnen Silber, die 2014 gefördert wurden, ist Mexiko der klare Sieger des Rankings – und das, obwohl sich die Silberproduktion im Vergleich zum Vorjahr um 160 Tonnen verringert hat. Wichtigster Silberproduzent in Mexiko ist Fresnillo, der insgesamt sechs operative Produktionsstätten betreibt. Auf Platz zwei folgt Goldcorp. Fresnillo entwickelt derzeit zudem weitere Projekte. Ziel ist es, die Silberproduktion bereits bis 2018 auf 65 Millionen Unzen jährlich zu steigern. Die all-in-sustaining-costs bei Fresnillo liegen je nach Mine zwischen sieben und zehn US-Dollar, so dass die Margen trotz der eher geringen Silberpreise noch recht gut sind.

© WEGHV Redaktion