Mittwoch, 18. Februar 2015

Die größten Diamantenminen der Welt

Diamanten sind die begehrtesten Edelsteine überhaupt und werden seit Jahren für den Schmuck- und Anlegermarkt abgebaut. Aktuelle Hochrechnungen für 2014 sagen aus, dass alleine im letzten Jahr weltweit 157 Millionen Karat an Diamanten gefördert wurden, genaue Zahlen und Statistiken liegen noch nicht vor. Diese Menge soll bis zum Jahr 2018 noch weiter gesteigert werden. Bis zu 180 Millionen Karat jährlich sollen dabei gefördert werden. Die zehn größten Diamantenminen der Welt bauen dabei mehr als die Hälfte der weltweiten jährlichen Produktion ab. Diese wollen wir im Folgenden kurz vorstellen:

Die Jubilee-Mine in Russland

Die Jubilee-Mine in Russland ist gemessen an ihren Reserven die größte Diamantenmine der Welt. Sie liegt in Sakha (Yakutia) und gehört der Aikha Mining, einer staatlichen russischen Gesellschaft, die wiederum eine Tochter der Diamantgesellschaft Alrosa darstellt. Jährlich werden hier 10,4 Millionen Karat an Diamanten gefördert. Die Reserven liegen bei 153 Millionen Karat. Im Tagebau werden die Diamanten derzeit in einer Tiefe von gut 320 Metern abgebaut. Sollten die hier vorhandenen Reserven erschöpft sein, kann man aber auch auf bis zu 730 Meter Tiefe hinabgehen und weitere Diamanten unter Tage abbauen.

Die Udachny-Mine in Russland

Platz zwei der größten Diamanten-Minen ist die Udachny-Mine. Sie liegt in der gleichen Region wie die Jubilee-Mine und befindet sich ebenfalls im Besitz von Alrosa. Aktuell zählt die Udachny-Mine zu den tiefsten Minen, die im Tagebau betrieben werden. Die Reserven liegen hier bei 152 Millionen Karat und jährlich werden zehn Millionen Karat an Diamanten abgebaut.

Die Mir-Mine in Russland

Die drittgrößte Diamanten-Mine ist die Mir-Mine, die ebenfalls in Russland liegt und zum Alrosa-Konzern gehört. 44 Jahre lang wurde sie als Tagebau-Mine geführt, bis zum Jahr 2001. 1955 wurde die Mir-Mine erforscht und ab dem Jahr 2002 in eine Untertagebau-Mine umgewandelt. Jährlich werden hier eine Million Karat an Diamanten gefördert, die Reserven, die noch abbaubar sind, liegen bei 141 Millionen Karat. Mit 525 Metern Tiefe weist sie das tiefste Minenloch in Russland auf und befindet sich in Ost-Sibirien. Ist ein LKW mit Diamanten voll beladen, benötigt er zwei Stunden, um bis an den Grubenrand hinaufzufahren.

Die Argyle-Mine in Australien

Platz vier der größten Diamantenminen der Welt geht an die Argyle-Mine. Sie liegt in Kimberly, in Westaustralien und gehört zu Rio-Tino. Bisher wurden in der Argyle-Mine 791 Millionen Karat gefördert. Die noch vorhandenen Reserven belaufen sich auf 140 Millionen Karat. Gemessen an der Jahresproduktion hält die Argyle-Mine den Rekord. Allerdings sind nur fünf Prozent der geförderten Diamanten für die Schmuckindustrie verwendbar, im Gegensatz zu durchschnittlichen 20 Prozent bei anderen Minen. Die Diamanten, die hier gefördert werden, sind oft braun eingefärbt und damit weniger gefragt als andere Färbungen, wodurch die Erlöse geringer ausfallen. Jedoch lässt man die Diamanten aus der Argyle-Mine in Indien günstig schleifen und kann so selbst kleine Diamanten noch an den Mann bringen.

Die Catoca-Mine in Afrika

Platz fünf belegt die Catoca-Mine in Afrika. Sie liegt in Saurima in Angola und gehört einem Eigentümerkonglomerat. Dieses besteht aus dem Konzern Alrosa, der staatlichen Diamantgesellschaft Endiama, dem Ölproduzenten Sonangol, der ebenfalls staatlich ist, und der brasilianischen Gesellschaft Odebrecht. Bereits 1997 begann man mit der Produktion in der Catoca-Mine, die Reserven belaufen sich auf 130 Millionen Karat, man geht von einer noch mindestens 30-jährigen Minenlaufzeit aus. Jährlich werden hier 6,7 Millionen Karat gefördert. Die Catoca-Mine liefert 70 Prozent der gesamten geförderten Diamantenmenge in Angola und der Betrieb erfolgt im Tagebau. Zwar liegt der Anteil der Diamanten pro Tonne bei nur einem Karat im Gegensatz zum Durchschnitt von zwei bis vier Karat, allerdings sind 35 Prozent und damit überdurchschnittlich viele Diamanten in Schmuckqualität.

Die Venetia-Mine in Afrika

Platz sechs geht an die Venetia-Mine in Afrika. Sie befindet sich in der Provinz Limpopo in Südafrika und gehört dem Konzern DeBeers an. Derzeit wird sie noch im Tagebau betrieben, später soll auch der Untertagebau möglich sein. Die Reserven der Venetia-Mine belaufen sich auf gut 103 Millionen Karat, wobei derzeit pro Jahr etwa 3,06 Millionen Karat abgebaut werden. Die Restlebensdauer der Mine wird mit 20 Jahren angegeben. Sie stellt übrigens die größte Diamanten-Mine in Südafrika dar. 12 Kimberlitschlote stehen dabei zur Verfügung und bereits 2013 hat DeBeers beschlossen, für den Ausbau des Untertagebaus zwei Milliarden US-Dollar zu investieren.

Die Grib-Mine in Russland

Auf Platz sieben der weltweit größten Diamanten-Minen landet die Grib-Mine, die ebenfalls in Russland liegt. Die Grib-Mine im Nordwesten des Landes gehört zur Gesellschaft Lukoil und weist eine Reserve von immerhin 98 Millionen Karat auf. Erst im vergangenen Jahr nahm man den Betrieb in der Grib-Mine auf, die Tagebaugrube ist dementsprechend noch sehr seicht ausgehoben. Jahresproduktionsmengen sind für die Grib-Mine bisher noch nicht bekannt, da sie sich noch im Aufbau befindet.

Die Jwaneng-Mine in Afrika

Die Jwaneng-Mine liegt in Botswana und gehört zu dem Unternehmen Debswana. Dieses wiederum ist eine operative Gesellschaft, die sich im partnerschaftlichen Besitz von DeBeers und der Regierung befindet. Die noch zu fördernden Reserven belaufen sich auf 88,3 Millionen Karat. Auf 70,1 Millionen Tonnen Erz, die aus der Jwaneng-Mine gefördert werden, kommen 1,26 Karat pro Tonne. Bereits 1982 startete man den Betrieb der Jwaneng-Mine in Botswana und die Aushubtiefe beträgt mittlerweile 350 Meter. Im Jahr 2017 wird das Ende der Tagebaumine eingeläutet werden, glaubt man den Unternehmensangaben. Bis dahin soll man bei einer Tiefe von 624 Metern angelangt sein. Die jährliche Produktion beläuft sich hier auf elf Millionen Karat. Die geförderten Diamanten weisen dabei eine besonders hohe Qualität auf. Die „Aquarium"-Produktionsstätte der Jwaneng-Mine ist zudem die erste ihrer Art, bei der die Diamantengewinnung vollautomatisch abläuft.

Die Orapa-Mine in Afrika

In Zentral-Botswana befindet sich dagegen die Orapa-Mine, die etwa 240 Kilometer von Francistown entfernt liegt. Debswana gilt hier ebenfalls als Eigentümer. Die Tagebaumine hat noch Reserven von 85,7 Millionen Karat und gehört zu den ältesten Minen, die von Debswana betrieben werden. Schon seit 1971 werden hier Diamanten abgebaut. Die jährliche Produktion beläuft sich auf 14 Millionen Karat. Die Restlaufzeit der Mine ist jedoch gering, ebenso wie der Gehalt an Diamanten, der bei nur rund 0,89 Karat pro Tonne liegt.

Die Botuobinskaya-Mine in Russland

Auf Platz zehn der größten Diamanten-Minen landet die russische Botuobinskaya-Mine, die in der Region Yakutia liegt. Sie wird von der Partnerschaft aus Alrosa und Nyurba Mining betrieben. Sie gehört zu den jüngsten Minen für Diamanten und wird ihren Betrieb erst im letzten Quartal 2015 aufnehmen. Die Reserven, die hier abgebaut werden können, sollen sich allerdings auf stolze 70 Millionen Karat belaufen. Die jährliche Produktionsleistung soll ersten Angaben zufolge bei 1,5 Millionen Karat liegen, so dass die Mine eine Lebensdauer von geschätzt etwa 40 Jahren erreichen dürfte.

© WEGHV Redaktion