Freitag, 13. Februar 2015

Edelmetallmärkte – Gold und Silber glänzen

Ein Blick auf die Edelmetallmärkte macht es deutlich: Gold und Silber glänzen, auch wenn die jüngsten überraschend starken US-Arbeitsmarktdaten beiden Edelmetallen einen deutlichen Rückgang einbrachten. Die Erwartungen der Investoren, dass die US-Notenbank die Zinsen zur Jahresmitte anheben könnte, sind deutlich gestiegen, was die Preise für Gold und Silber belastet. Übersehen wird dabei allerdings, dass die Weltwirtschaft immer schlechtere Aussichten hat. Experten glauben zwar immer noch an eine Aufhellung der Konjunktur nach dem Ölpreiseinbruch, doch diese Meinung wird von anderen Experten längst bezweifelt.

Zudem hatte auch die australische Notenbank die Zinsen überraschend auf 2,25 Prozent und damit ein Rekordtief gesenkt. Damit ist die weltweit 15. Lockerung der Geldpolitik zu beobachten – und das nur seit Jahresbeginn. Durch diese Zinssenkungen wird die jeweils eigene Währung geschwächt, der Goldpreis in der jeweiligen Währung steigt allerdings. Damit erfüllt Gold seine wichtige Aufgabe als Wertaufbewahrungsmittel hervorragend. Die physische Nachfrage nach dem gelben Edelmetall steigt entsprechend an. Zudem stehen die Befürchtungen um einen Schuldenschnitt Griechenlands im Raum. Diesem könnten weitere Forderungen nach einem Schuldenschnitt für Spanien und Italien folgen. Auch dies würde den Goldpreis merklich ansteigen lassen.

Gold trotz Rückgang im Plus

Interessant ist zudem, dass der Goldpreis trotz des zuletzt überraschend aufgetretenen Rückgangs seit Jahresanfang eine deutlich positive Performance hinlegen konnte, die immerhin bei fünf Prozent liegt. Grund dafür könnte die Serie schwacher Konjunkturdaten aus den USA sein. So sind die Aufträge für langlebige Wirtschaftsgüter zurückgegangen, das Wirtschaftswachstum und dessen Prognosen wurden nach unten korrigiert und die Einzelhandelsumsätze sind ebenso gesunken, wie die Umsätze auf dem Häusermarkt.

Kommen die Investoren mehrheitlich zu dem Schluss, dass die Zinsanhebung in den USA doch nicht kommt, dürfte das dem Goldpreis zusätzlichen Aufwind bieten. Der US-Dollar gilt derzeit als recht stark und dennoch konnte die US-Münzprägeanstalt alleine im Januar 2015 81.000 Goldmünzen an den Mann bringen. Damit ist der höchste Wert seit dem Januar 2014 erreicht worden.

Ebenfalls setzen die Spekulanten am Futures-Markt auf steigende Kurse für das gelbe Edelmetall. Die Bestände der weltweiten Gold-ETCs sind per Ende Januar mit 57,12 Millionen Unzen angegeben worden und haben damit das höchste Niveau seit dem Oktober letzten Jahres erreicht. Auch die Silbernotierung könnte in diesem Umfeld weiter steigen, sogar stärker als die von Gold. Grund dafür ist die höhere Volatilität des „Goldes für den kleinen Mann".

Platin und Palladium erleben keine Glanzzeiten

Die schwachen Konjunkturdaten sorgen allerdings andererseits für einen Rückgang der Preise für Platin und Palladium. Insbesondere die Automobilbranche gilt als wichtiger Nachfrager für beide Edelmetalle. Die Sorge ist jedoch, dass der weltweite Autoabsatz schwächer als erwartet ausfallen wird. Das sorgt für einen Rückgang der Platin- und Palladiumpreise am Markt. Dementsprechend hat sich der Platinpreis wieder unterhalb des Goldpreises angesiedelt. Palladium dagegen konnte seinen Kurs stabil halten, weil zuletzt Vermutungen aufkamen, dass das Edelmetall den großen Bruder Platin in der Wirtschaft ersetzen könne.

© WEGHV Redaktion