Dienstag, 09. Dezember 2014

Immer mehr Staaten holen Gold zurück

Die Niederlande haben es gezeigt: Quasi über Nacht holten sie 122 Tonnen ihres Goldbestandes aus den USA zurück nach Hause. Aktuellen Berichten zufolge überlegen auch die Belgier immer stärker, ihr Gold zurückzuholen und selbst in Frankreich werden die Stimmen lauter, die danach rufen, das Gold aus dem Ausland nach Hause zu holen. Die deutsche Bundesbank plant das schon länger, 2013 schaffte man es aber gerade einmal, fünf Tonnen Gold aus den USA zurück nach Deutschland zu holen. Erklärt wurde das mit „logistischen Problemen".

Kritiker fragen sich da, wo das Problem liegt. Schließlich schafft es beispielsweise China, jedes Jahr mehr als 1.000 Tonnen Gold zu importieren, warum kann da Deutschland seine Goldbestände aus dem Ausland nicht zurückholen? Oft hört man als Antwort auf diese Frage, dass das gelbe Edelmetall doch bei den Verbündeten weiter sicher sei. Warum aber holen dann so viele andere Länder ihre Goldvorräte aus den USA zurück?

Kommt ein neuer Goldstandard?

Spekulanten haben hierfür gleich mehrere Theorien. Trotzdem der Wert des Goldes in den letzten Monaten und Jahren deutlich gesunken ist, möchten viele Staaten ihre im Ausland geparkten Reserven zurückholen. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Staaten mehr Gold verleihen wollen. Ein anderer besagt, dass das Fiat-Geldsystem ausgedient habe und man zurück zu einem neuen Goldstandard wolle. Eine andere Theorie erklärt die Rückholaktionen rund um den Globus damit, dass man den offiziellen Goldbeständen der USA nicht mehr traut. Anleger sollten diesen Trend auf jeden Fall weiter beobachten, denn über kurz oder lang kann er sich ebenfalls auf den Goldpreis auswirken.

© WEGHV Redaktion