Mittwoch, 26. November 2014

Kommt es zum neuerlichen Goldverbot?

Wer in diesen Tagen auf die Deutsche Bank blickt, wird so einige Überraschungen erleben. Vor allem der aktuelle Research Report des großen Geldhauses hat es in sich. Darin heißt es nämlich, dass die Zentralbanken den privaten Anlegern in Gold ein Angebot unterbreiten sollen, um eben dieses Gold zu verkaufen. Die Deutsche Bank gibt an, dass in einigen Ländern in privaten Haushalten besonders hohe Goldbestände gehortet werden. Dabei handele es sich zum Teil sicher auch um „unerwünschte Restbestände von krisengetriebenen Investments" aus der Finanzkrise. Würden diese „unerwünschten Restbestände" durch ein Angebot seitens der Zentralbanken nun wieder veräußert, könnte damit Liquidität frei werden und in den Konsum fließen, was wiederum die Wirtschaft ankurbeln würde.

Was sagen Experten zu dem Vorschlag zum Goldverkauf?

Experten sehen die Vorschläge der Deutschen Bank indes kritisch. Sie verstehen zum Einen nicht, was mit den „Restbeständen" gemeint ist. Zum Anderen gehen sie davon aus, dass Investoren, die im Rahmen der Finanzkrise auf Gold zur Absicherung gesetzt haben, sich nun nicht einfach blenden lassen, weil die Krise beruhigt erscheint. Denn das ist letztlich nur mit riesigen Schulden, die gemacht wurden, möglich gewesen.

Eine weitere Frage: Warum sollten Goldinvestoren ihr Gold verkaufen, um anschließend das Papiergeld für den Konsum auszugeben? Die meisten Anleger, die sich für die Anlage in Gold entscheiden, sehen dieses Edelmetall als letzten Garant für Sicherheit am Finanzmarkt. Zudem gehen die Experten davon aus, dass die Krise zurückkehren wird, höchstwahrscheinlich schon in absehbarer Zeit.

Was passiert, wenn private Anleger ihr Gold nicht verkaufen wollen?

Alarmierend ist auch die Tatsache, dass die Deutsche Bank im Report gezielt über private Anleger spricht. Da stellt sich bei Kritikern sicher nicht zu Unrecht die Frage, was passiert, wenn die Anleger ihr Gold eben nicht verkaufen wollen. Denkbar wäre ein Zwangsumtauschgebot. Ebenfalls könnte der Besitz von Gold illegal werden. Dafür würde die Aussage, dass die Goldbesitzer Liquidität zurückhalten und so den Konsum gefährden, sprechen.

Auch wenn das Ganze aktuell sehr hanebüchen klingt, es ist noch gar nicht so lange her, als es ein solches Goldverbot gab. In den USA war der Goldbesitz für Privatpersonen von 1933 bis 1970 verboten. Von der Fed gab es damals ein Zwangsumtauschangebot. Wer dieses nicht annahm, der musste damit rechnen, dass er beobachtet und streng bestraft wurde, wenn er Gold im privaten Besitz hielt.

© WEGHV Redaktion