Montag, 24. November 2014

Wie geht es mit Gold diese Woche weiter?

Am vergangenen Freitag konnte der Goldpreis auf ein Dreiwochenhoch klettern. Als Grund gibt man gemeinhin die Zinssenkung der chinesischen Notenbank an, die erstmals seit zwei Jahren erfolgte. Das zeigte sich aber nicht nur im einfachen Goldpreis. An der Comex Sparte der New York Mercantile Exchange konnte das gelbe Edelmetall zur Lieferung im Dezember sogar auf ein Sitzungshoch von 1.207,60 US-Dollar je Feinunze ansteigen. Das ist das höchste Niveau seit dem 30.10.2014.

Insgesamt konnte der Goldpreis in der letzten Woche um 12,10 US-Dollar zulegen. Das entspricht einem Plus von etwa 1,01 Prozent. Damit konnte das gelbe Edelmetall sich bereits den zweiten Wochengewinn in Folge sichern. Bei den Futures gehen die Experten davon aus, dass sie beim Tief vom 19.11.2014 von 1.173,90 US-Dollar Unterstützung finden würden. Widerstände sollen sich beim Hoch vom 30.10.2014 (1.216,50 US-Dollar) ergeben. Der Anstieg des Goldpreises lässt sich auf die Entscheidung der chinesischen Zentralbank zurückführen, nach der man die Zinsen für einjährige Sparanlagen um 25 Basispunkte auf 2,75 Prozent senken will. Die Zinsen für Kredite mit einjähriger Laufzeit sollen sogar um 40 Basispunkte auf 5,6 Prozent gesenkt werden.

Zu dieser Maßnahme sah sich die chinesische Zentralbank gezwungen, nachdem es erste Anzeichen für eine konjunkturelle Abkühlung in der Volkswirtschaft gab. Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank, betonte zudem am Freitag, dass man bereit sei, das Programm zur Anhebung der Inflation schnellstmöglich auszuweiten. Er sprach von eher schwachen Aussichten für die Wirtschaft in der Eurozone und geht auch in den kommenden Monaten von keiner deutlichen Besserung aus.

Wie wird sich also Gold weiter entwickeln?

Diese Gründe sprechen zwar für einen weiteren Anstieg des Goldpreises, doch allzu große Hoffnungen sollten sich Anleger dennoch nicht machen. Das Risiko, dass sich die Konjunktur in den USA verbessert und dazu führt, dass die Federal Reserve die Zinsen früher und schneller anheben muss als geplant, ist allgegenwärtig und würde den Goldpreis wieder drücken.

Anleger blicken jetzt gespannt auf die Konjunkturberichte, die am Mittwoch veröffentlicht werden sollen. Auch die Zahlen zu den Anträgen auf Arbeitslosengeld und den Auftragseingängen für langlebige Güter werden mit Spannung erwartet. Die Commodities Futures Trading Commission hatte zudem am Freitag Zahlen vorgelegt, aus denen hervorgeht, dass Hedge Fonds aktuell sehr viel mehr Wetten auf steigende Goldpreise entgegennehmen als bisher.

© WEGHV Redaktion