Montag, 16. September 2013

Chinesische Mittelschicht im Diamanten-Fieber

Experten rechnen mit steigender Diamanten-Nachfrage

Denkt man an wirtschaftlichen Aufschwung und grenzenloses Wachstum, richtet sich der Blick vor allem auf ein Land: China. Die asiatische Supermacht hat in den vergangenen Jahren eine Entwicklung hingelegt, mit der zuvor kaum jemand gerechnet hatte. Besonders interessant daran: China ist ein kommunistisches Land. Die neue Mittelschicht steht vor dem Problem, dass sie das Geld, das sie hat, nicht im Ausland investieren darf. Der Einparteienstaat lässt dies nicht zu. Experten rechnen deshalb, dass die Chinesen in Sachwerte investieren – vor allem in Schmuck und Diamanten.

Die Anzeichen auf einen anstehenden Diamantenboom in China sind eindeutig. Schon heute liegt das Riesenreich im weltweiten Nachfragevergleich auf Rang zwei, Umschlagplätze wie Antwerpen, Tel Aviv und Mumbai wurden von der Diamantenbörse in Shanghai längst auf die Plätze verwiesen. Die Zahlen stützen diese Aussagen: Laut Statistik nahm die Zahl der Transaktion in der Börse in Shanghai 2012 um 63 Prozent zu. Der Diamantenschmuckmarkt in China hat sich von 2005 bis 2011 gar verfünffacht. Dabei ist die Entwicklung nur zu einem Teil den Kapitalverkehrsvorschriften des Landes geschuldet. So wird vielfach über eine drohende Immobilienblase gemunkelt, Aktien sind aufgrund der hohen Schwankungen ebenfalls nicht sehr beliebt. Da auch die Preise stetig steigen, erscheint der Kauf und Diamanten vielen als logischer Ausweg.

300x250

Nicht nur in China erfreuen sich Diamanten großer Beliebtheit – auch in den USA setzen viele auf die kleinen, wertvollen Steine. Schließlich sind sie ein wirkungsvoller Schutz gegen die Folgen einer Inflation und den Launen der Börsen. Allein 45 Prozent der weltweiten Nachfrage nach geschliffenen Diamanten gehen auf das Konto des amerikanischen Marktes, Tendenz steigend. Und dies mit gutem Grund: Während als Folge der Finanzkrise Aktienindizes wie der DAX zum Teil um bis zu 50 Prozent sanken, schwächelte der Diamond Price Index lediglich um 15 Prozent. Die Vorteile der Edelsteine liegen auf der Hand: Im Vergleich zu anderen Schmucktücken kommen sie nur sehr selten vor, wodurch sich der hohe und stabile Wert ergibt. Fachleute gehen deshalb von einem weiteren Wachsen der Nachfrage aus. Für China stützt ein ganz menschlicher Trend diese Entwicklung: In dem fernöstlichen Land geben sich jedes Jahr mehr als zehn Millionen Menschen das Ja-Wort – und der Brillant an der Hand der Frau gehört auch im Reich der Mitte zur guten Tradition.

© WEGHV Redaktion