Freitag, 05. Juli 2013

Gold immernoch ein sicherer Hafen

Gold ist immer noch ein sicherer Hafen – Gründe für den Kursabsturz

Gold, so sagt man, ist ein „sicherer Hafen“, wenn man seine Werte gegen Inflation schützen möchte. Aktuell, so kann man sagen, strahlt der Goldpreis jedoch nicht in seinem Glanz. Er ist in den vergangenen Wochen so stark gefallen wie zuletzt 1920. Grund zur Sorge gibt es dennoch nicht: Gold ist und bleibt ein Edelmetall, das seit Jahrtausenden für Vertrauen und Stabilität steht. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Schließlich ist Gold ein knappes Gut. Und immer noch mehr wert als vor drei Jahren - oder der Zeit davor. Gold ist das Geld der Zivilisation.

Doch womit hängt der aktuelle Kurszusammenbruch dann zusammen? Ganz grundsätzlich betrachtet könnte er auf ein Ende der globalen Wirtschaftskrise hindeuten. Der Zusammenhang ist einfach: In einer Krise legen viele Anleger ihr Erspartes in Gold an, um die Gefahr einer Inflation zu umgehen – durch die Nachfrage steigt der Goldpreis. Entspannt sich die Situation, stoßen viele ihr Gold wieder ab, um den hohen Goldpreis auszunutzen und das Geld lieber in den florierenden Aktienmarkt zu investieren. Das Aktienhoch hat den Goldmarkt in der Vergangenheit ohnehin belastet. Hinzu kommt die Vermutung einiger Analysten, dass sich die US-Notenbank von ihrer ausgesprochen lockeren Geldpolitik verabschieden könnte. Auch hierdurch würde die Gefahr einer Inflation sinken – und ebenso die Funktion von Gold als Schutz vor einer Geldentwertung. Darüber hinaus hatten einige Großbanken ihren Anlegern dazu geraten, Gold zu verkaufen. Ein weiterer Punkt: Viele institutionelle Anleger zogen sich aus Gold-Indexfonds (Gold ETF's) zurück – im Bereich der größten ETFs muss der Markt Rekordabflüsse verkraften. Auch dies hat den Preis gedrückt.

Doch es gibt keinen Grund zur Panik. So sollte man sich vor Augen führen, dass die Eurokrise keineswegs ausgestanden ist. Sie ist zwar in der Wahrnehmung etwas in den Hintergrund geraten, die Probleme sind jedoch keineswegs gelöst. Geraten die Finanzmärkte wieder unter Druck, kann die Bedeutung von Gold – und damit auch der Wert – wieder ansteigen. Darüber hinaus gibt es eine sehr stabile Nachfrage nach Gold: Gerade aufstrebende Länder wie Indien und China melden immer größeren Bedarf an. In China etwa sind die Goldimporte drastisch nach oben geschnellt.

Darüber hinaus verfügt Gold über eine Eigenschaft, die keine Papierwährung aufrechnen kann: Gold ist greifbar, Gold ist da – Papiergeld hingegen kann ebenso schnell verschwinden, wie es gedruckt wurde. Gold wirft zwar keine Zinsen ab, ist aber eine sichere Reserve außerhalb des Finanzsystems, auf die man in Not immer wieder zurückgreifen kann.

© WEGHV Redaktion