Edelmetall Palladium

Zu den begehrten Edelmetallen unserer Zeit gehört auch das Palladium. Es ist sehr wertvoll und die Nachfrage steigt stetig an. Um sich besser mit diesem Edelmetall vertraut zu machen, bedarf es einiger Hintergrundinformationen, die wir im Folgenden geben wollen:

Edelmetall Palladium

 

1.Die Entdeckung von Palladium

2.Eigenschaften des Edelmetalls

3.Feinheiten und Maßeinheiten

4.Wo kommt Palladium vor?

5.Wie wird Palladium verwendet?

6.Palladium zu Anlagezwecken nutzen

 

 

Die Entdeckung von Palladium

Zwei Chemiker aus London kauften von Schmugglern gegen Anfang des 19. Jahrhunderts 163 Kilogramm Platin aus Südamerika. Das damals noch günstige Metall lösten sie im Königswasser auf und fanden dabei einen schwarzen Rückstand. Sie experimentierten, gaben Quecksilbercyanid hinzu und erhitzten das Ganze. Dabei isolierte man ein Metall, das bis dato unbekannt war und einen silbrigen Glanz aufwies. Der englische Arzt und Chemiker William Hyde Wollaston, der von 1766 bis 1828 lebte, gilt als Entdecker dieses bis dato unbekannten Metalls.

Er gab ihm den Namen Palladium, wobei er diesen von dem ebenfalls 1802 entdeckten Planeten Pallas ableitete. Dieser erhielt seinen Namen wiederum von der griechischen Göttin Pallas Athene. Aufgrund der Bezeichnung Palladium stand auch bald das Symbol PD für dieses Metall fest. Es gehört zu den Platin-Gruppen-Metallen, kurz PGM. Diese umfassen außerdem das

  • Rhodium (sehr selten),
  • Iridium (sehr hart),
  • Osmium (sehr giftig) und das
  • Ruthenium.

Eigenschaften des Edelmetalls

In der Chemie ist Palladium das 46. Element des Periodensystems. Es zeichnet sich durch seine glänzende, silbern-weißlich schimmernde Farbe aus. Die Härte liegt noch etwas über der von Platin – nach Mohs bei 5.  Der Schmelzpunkt wird mit 1.555 Grad Celsius angegeben und gilt daher als recht niedrig. Aufgrund der Dichte von 12,02 Gramm je Kubikzentimeter ist Palladium ein sehr gut zu bearbeitendes Metall. Palladium gilt unter den PGM als leichtestes, unedelstes und reaktionsfähigstes Metall.

Vorteil dieses Edelmetalls ist die fehlende Reaktion mit Sauerstoff bei Raumtemperaturen. So verliert es weder seinen metallischen Glanz, noch läuft es an, wie bei Silber. Wird Palladium erhitzt, wird es sehr weich und lässt sich einfach bearbeiten. Man kann aber ebenfalls die Kaltverformung anwenden. Dabei steigen Härte und Festigkeit sehr stark an.

Auch Salz- und Schwefelsäure können Palladium nichts anhaben. Lediglich mit Salpetersäure reagiert es. Dann entsteht das Palladiumnitrat, das sich durch eine gelblich-braune Verfärbung charakterisieren lässt.

Eine große Besonderheit beim Palladium besteht darin, dass es die höchste Absorptionsfähigkeit für Wasserstoff aufweist, und zwar unter allen Elementen. Bei Raumtemperaturen kann es das 300 bzw. 900fache Volumen binden. Wird dagegen schwarzes Palladiumpulver, auch als Palladiummohr bekannt, eingesetzt, liegt der Wert beim 1.200fachen Volumen und kolloidale Lösungen können die 3.000fache Menge aufnehmen. Man nimmt daher an, dass ein Palladiumhydrid entsteht, das chemisch als Pd2H bezeichnet wird.

Feinheiten und Maßeinheiten

Beim Palladium wird das Gewicht ebenso wie bei Gold und Silber in Troy-Unzen angegeben. Eine Troy-Unze, die im allgemeinen Sprachgebrauch oft nur als Unze bezeichnet wird, entspricht dabei 31,1035 Gramm.

Die Reinheitsangabe, als Feinheit bezeichnet, ist ebenfalls zu finden. Die Feinheit wird in Tausendstel bezogen auf das Gesamtgewicht angegeben, wobei sie den reinen Palladium-Anteil aufzeigen soll. Lediglich die Karat-Angabe, die man vom Edelmetall Gold kennt, fehlt auch hier.

Wo kommt Palladium vor?

In der Rangliste der Elementhäufigkeit landet Palladium auf Platz 72. Damit kommt es etwas häufiger als Gold und Platin vor, wird aber dennoch zu den sehr seltenen Metallen gezählt. Palladium trifft man natürlicherweise fast immer mit den übrigen PGM an, wobei es jedoch nur in sehr geringen Mengen zu finden ist. In seltenen Fällen kann Palladium gediegen entdeckt werden.

Das Palladium kann in metallischer Form oder in Form palladiumhaltiger Legierungen auftreten. Oft findet es sich in Flussseifen. Bedeutende Fundorte waren dabei bisher

  • Russland,
  • Australien,
  • Südamerika und
  • Nordamerika.

Allerdings sind die Lagerstätten schon seit vielen Jahrzehnten erschöpft. Deshalb findet der Abbau meist bei der Förderung von

  • Nickelerzen,
  • Bleierzen,
  • Silbererzen,
  • Golderzen,
  • Platinerzen und
  • Kupfererzen

als Beiprodukt statt. Der heute größte Produzent von Palladium ist Russland, wo alleine im Jahr 2010 etwa 87.000 Kilogramm Palladium gefördert wurden. Die PGM weisen sehr ähnliche chemische Eigenschaften auf. In der Vergangenheit war die Gewinnung von Palladium in seiner Reinform daher sehr schwierig. 1913 konnten gerade einmal 67 Kilogramm gewonnen werden. Knapp 100 Jahre später, im Jahr 2010, sollen es Schätzungen zufolge bereits 197.000 Kilogramm weltweit gewesen sein.

Wie wird Palladium verwendet?

Palladium findet in der Industrie vielfältige Anwendung. So wird es im Kfz-Bereich eingesetzt. In fein verteilter Form findet es sich auf Kieselsäure und Aktivkohle und agiert hier als wichtiger Katalysator für eine Reihe von chemischen Reaktionen.

Die Legierung aus Gold und Palladium, in der etwa 60 bis 80 Prozent Gold enthalten sind, wird als Weißgold bezeichnet und findet in der Schmuckindustrie seine hauptsächliche Anwendung. Aus dieser Legierung entstehen Schmuckstücke, wie Ringe und Halsketten, aber auch vieles mehr. Ebenfalls kommt Palladium bei der Herstellung von

  • Zahnimplantaten,
  • Kontaktwerkstoffen für Kommunikationsanlagen,
  • Elektrodenwerkstoffen für Zündkerzen in der Luftfahrt oder
  • medizinischen Geräten zum Einsatz.

Darüber hinaus lässt es sich ähnlich Gold auf bis zu 0,00001 Millimeter dünne Folien auswalzen. Wird Palladiumschwamm fein in wässriger Supension verteilt, kann er das 12.000fache Volumen von Wasserstoff absorbieren. Dabei entstehen Metallhydride, die hervorragend geeignet sind, um Brennstoffzellen, wie Wasserstoffspeicher, für die modernen Wasserstoffautos herzustellen. Erhitzt man das Ganze auf 40 bis 50 Grad Celsius, kann der Wasserstoff entweichen. Er liegt dann in einer sehr reaktionsfähigen Form vor. Zudem kann Palladiumblech erhitzt werden. Dieses ist durchlässig für Wasserstoff und kann daher ebenso zu dessen Reinigung verwendet werden.

Palladium zu Anlagezwecken nutzen

Ebenso kann Palladium zu Anlagezwecken genutzt werden. In Frage kommen auch hier Münzen und Barren. Allerdings sind diese zu den absoluten Raritäten der Anlagemöglichkeiten zu zählen. Die bekannteste Palladium-Münze stammt aus Russland und zeigt eine russische Ballerina. Diese gilt als Krügerrand des Edelmetalls Palladium.

Jedoch war die höchste Jahresauflage gerade einmal im fünfstelligen Bereich angesiedelt, so dass Palladium als Anlagemöglichkeit nur selten in Frage kommt. Weiterhin sind auf dem Markt einige, stark begrenzte Münzen aus Palladium aus

  • Russland,
  • Australien,
  • Kanada und
  • China

zu finden. Doch auch hier waren stets nur geringe Auflagen in vierstelliger Höhe geprägt worden. Das daraus resultierende Desinteresse der Anleger sorgte schnell dafür, dass der Prägeaufwand nicht mehr betrieben wurde. Die Barren aus Platin werden schon etwas häufiger von den Prägeanstalten produziert. Dabei geben ebenfalls Banken entsprechende Aufträge weiter, so dass über die Hausbank Palladium-Barren bestellt werden können.