Edelmetall Gold

Das Edelmetall Gold gehört heute zu den wertvollsten Edelmetallen überhaupt. Es zeichnet sich durch seinen unvergleichlichen Glanz und den immer wieder steigenden Wert aus. Doch es gibt noch viel mehr über das Gold zu erfahren.

 

 Edelmetall Gold1.   Entdeckung von Gold

 2.   Begriffsherkunft Gold

 3.   Vorkommen von Gold

 4.   Angebot und Nachfrage
  a. Schwankungen von Angebot und Nachfrage

 5.   Eigenschaften von Gold

 6.   Maßeinheiten und Feinheiten von Gold

 7.   Legierungen des Edelmetalls

 8.   Was versteht man unter Vergolden?
  a.  Das mechanische Plattieren
  b.  Das galvanische Plattieren
  c.  Vergoldungsvarianten

 9.   Diese Lagerstätten gibt es
  a.   Das Seifengold

10.   Die Gewinnung von Gold
   a.   Das Amalgationsverfahren
   b.   Die Cyanidlaugerei
   c.   Die Chlogasraffination und die Elektrolyse
   d.   Die elektrolytische Goldscheidung

11.   Die Verarbeitung von Gold

12.   Gold im Edelmetallhandel und als Geldanlage

 

Entdeckung von Gold

Die erste Entdeckung von Gold soll bis ins vierte Jahrtausend vor Christus zurückgehen. Das erste Gold wurde dabei von ägyptischen Arbeitern unter einer Feuerstelle gefunden. Das Edelmetall befand sich im Boden und wurde durch die Hitze der Feuerstätte geschmolzen. Nach der neuerlichen Abkühlung blieben dicke, funkelnde und gelblich schimmernde Brocken zurück. Und seither ist das Edelmetall mit einem besonderen Reiz verbunden, wurde von vielen Mythen begleitet und über Jahrtausende hinweg wertgeschätzt. Ob als Kultgegenstand, Totenbeigabe oder Zahlungsmittel – Gold hat in den vergangenen Jahrtausenden viele Geschichten durchlebt.

Begriffsherkunft Gold

Der heute verwendete Name Gold geht vermutlich auf das Indogermanische zurück. Hier stand das Wort „ghel“ für blank und schimmernd. In Griechenland wird der Begriff chrysos für Gold verwendet und der findet sich immer noch in zahlreichen Bezeichnungen für Edelsteine, wie etwa den Chrysokoll oder die Chrysopras. Das Wort Gold wird dabei nach wie vor mit Begriffen wie wertvoll und kostbar assoziiert. Der Begriff wird aber auch in anderen Bereichen verwendet, so etwa als Schwarzes Gold, was Erdöl meint oder als Weißes Gold, was Salz, Porzellan oder Marmor beschreiben kann. Als Gold des Meeres werden übrigens die Korallen bezeichnet.

Vorkommen von Gold

Stellt sich für viele die Frage, wo Gold eigentlich vorkommt. Und das Interessante dabei: Es kommt tatsächlich überall auf der Welt vor und im Vergleich zu anderen Stoffen ist es gar nicht einmal so selten. Gold findet sich auf den Kontinenten, in den Meeren, ja sogar im Menschen selbst. Allerdings variieren je nach Ort des Vorkommens Konzentration und Form des Edelmetalls.

In der Erdkruste, die 15 Kilometer stark ist, kommt Gold in einer Konzentration von 0,005 g/t vor. Das klingt zunächst recht wenig, insgesamt dürften hier aber 30 Milliarden Tonnen Gold liegen. Allerdings ist die Konzentration dabei so gering, dass ein Abbau dieses Goldes wirtschaftlich nicht möglich ist.

Bisher wurden übrigens nach ersten Schätzungen mehr als 165.000 Tonnen Gold weltweit gefördert. In seiner Reinform, also als Nugget oder Goldklumpen, kommt das Edelmetall allerdings nur sehr selten vor. Häufiger werden Legierungen von Gold mit anderen Metallen, meist den Buntmetallen, wie Kupfer oder Nickel, gefördert. Obwohl auf der Welt ein schier unermessliches Goldvorkommen angenommen wird, ist diese Ressource irgendwann aufgebraucht. Derzeit geht man davon aus, dass noch etwa 100.000 Tonnen Gold bergbaulich gewonnen werden können. Mit den aktuell technischen Mitteln sind etwa 45.300 Tonnen des Edelmetalls noch abbaubar. Den größten Anteil vermutet man dabei in Südafrika, wo bis zu 18.000 Tonnen Gold noch gefördert werden könnten.

Angebot und Nachfrage

Wie steht es eigentlich um Angebot und Nachfrage beim Gold? Das größte Angebot befindet sich in den Ländern

  • Südafrika,
  • Australien und den
  • USA.

Dort können die größten Mengen an Gold abgebaut werden. Die Nachfrage ist dabei ebenfalls enorm und liegt aktuell weltweit bei 3.600 Tonnen pro Jahr, wobei eine steigende Tendenz zu erwarten ist. Die Fördermenge, die dem gegenübersteht, betrug 2.700 Tonnen. Die Defizite werden durch Veräußerungen der Zentralbankbestände und Recycling ausgeglichen. Der größte Teil des geförderten Goldes wird zu Schmuck verarbeitet, ein weiterer großer Posten ist die Herstellung von Münzen und Barren.

Auch in den kommenden Jahren wird die Fördermenge nicht allzu sehr steigen, denn aufgrund der schwierigen Auffindung von Goldvorkommen in Verbindung mit den aufwändigen Vorbereitungen zur Förderung vergehen durchschnittlich fünf bis sieben Jahre, bevor die erste Unze Gold an einem neuen Standort gewonnen werden kann.

Schwankungen von Angebot und Nachfrage

Naturgemäß schwankt die Nachfrage nach Gold, da diese von verschiedenen Faktoren beeinflusst wird. Dazu zählen unter anderem wirtschaftliche, wie auch politische Interessen, sowie länderspezifische Ereignisse. So stieg die Nachfrage nach Gold Anfang der 1980er Jahre in Deutschland stark an. Grund dafür war der Verbrauch der Zahnärzte, die Goldfüllungen und –kronen vermehrt einsetzten. Als jedoch der Zahnersatz nicht mehr voll übernommen wurde und zudem neue Materialien, wie Keramik und Porzellan aufkamen, sank die Nachfrage wieder ab.

Gold wird in der Regel von den aufstrebenden Wirtschaftsnationen angezogen, was sich sogar historisch belegen lässt. Aktuell ist es vor allem der asiatische Raum, in dem die Goldnachfrage nahezu explodiert.

Eigenschaften von Gold

Wer sich näher mit dem Edelmetall Gold auseinandersetzt, sollte auch um die besonderen Eigenschaften selbigens wissen. Hier sind zunächst die chemikalischen Grundlagen zu nennen. Das chemische Zeichen für Gold ist Au, abgeleitet vom lateinischen Wort aurum. Im Periodensystem wird Gold der ersten Nebengruppe zugeordnet und ist im Gegensatz zu Laugen und Säuren sehr beständig.

Eine Auflösung von Gold ist nur mit wenigen chemischen Elementen möglich, etwa mit

  • Chlor,
  • Cyaniden,
  • Selensäure,
  • Huminsäuren,
  • Quecksilber oder
  • Königswasser, bestehend aus Salz- und Salpetersäure.

Gold leitet Wärme und elektrischen Strom sehr gut. Dabei ist es allerdings nicht sehr hart, was die Zahl 2,5 bis 3 der Mohs´schen Härteskala belegt. Durch diese relative Weichheit des Materials lässt sich Gold sehr gut bearbeiten. Zudem hat man erkannt, dass sich die Eigenschaften von Gold durch Legierungen verändern lassen. Auch eine leichtere und bessere Verarbeitung wird damit möglich. Verändert werden können so die Farbe des Edelmetalls, die Härte und der Schmelzpunkt, die Dichte und die Zugfestigkeit. Eine weitere besondere Eigenschaft von Gold ist die extreme Dehnbarkeit.  Ein Goldblatt mit einer Stärke von 1/10.000 mm kann durch das Hämmern entstehen. Eine Unze Gold kann zu einem Faden von 56 Kilometern Länge gedehnt werden, ohne dabei zu reißen.

Maßeinheiten und Feinheiten von Gold

Die weltweite Maßeinheit von Gold sind Troy-Unzen. Eine Troy-Unze entspricht dabei 31,1035 Gramm. Das Wort Troy wird dabei oft nicht berücksichtigt, so dass häufig nur von der reinen Unze die Rede ist. In asiatischen Ländern nutzt man die Einheiten Tolas oder Tael für Goldbarren, international sind diese Einheiten jedoch eher unbedeutend.

Bei der Troy-Unze wird davon ausgegangen, dass das Gold zu 100 Prozent rein ist. Von einer solchen Reinheit spricht man in der Fachsprache mit dem Wort Feinheit. Mit der Feinheit soll angegeben werden, wie groß der Anteil des reinen Edelmetalls am Gesamtgewicht ist, welches in Tausendsteln gemessen wird. Ebenfalls in Betracht kommt die Feinheitsangabe in Karat. Diese kann jedoch mitunter mit der Karat-Angabe für Edelsteine verwechselt werden, obwohl zwei völlig unterschiedliche Dinge damit gemeint sind.

Bei der farblichen Gestaltung von Gold ist zu beachten, dass diese nichts über die Feinheit des Edelmetalls aussagt. Die Farbgebung kann durch verschiedene Legierungen beeinflusst werden. Ein Beispiel verdeutlicht dies: Die Krügerrand Münze besitzt eine Feinheit von 916,66 bzw. 22 Karat. Die typische Rotfärbung ergibt sich durch den hohen Anteil Kupfer.

In Deutschland werden zur Schmuckherstellung vorwiegend folgende Feinheiten verwendet:

  • 750er Gold,
  • 585er Gold und
  • 333er Gold.

Barren und Münzen, die der Geldanlage dienen, werden in der Regel aus 999er Gold hergestellt oder eben aus dem 916,66er Gold, wie für den südafrikanischen Krügerrand oder den American Gold Eagle. Werden historische Münzen gesammelt, zum Beispiel die deutsche Reichsmark oder der österreichische Dukaten, so treten hier oft völlig andere Feinheiten und Legierungsbestandteile auf.

Bei der Bestimmung der Feinheit ist darauf zu achten, dass die korrekten Gewichtsangaben verwendet werden. Der Krügerrand beispielsweise enthält eine Unze Gold. Er wiegt aber nicht nur 31, sondern 33,93 Gramm. Die Legierungsbestandteile sind dementsprechend hinzu zu addieren.

Wann darf dabei Gold eigentlich als Gold bezeichnet werden? In Deutschland sieht das Gesetz vor, dass nur Gold ab einer Feinheit von 333 als Gold bezeichnet werden darf. In der Schweiz und in Großbritannien ist man strenger, hier dürfen erst Feinheiten ab 375 als Gold bezeichnet werden. In Österreich hingegen kann auch 250er Gold als Gold bezeichnet werden, wobei man ebenso vom Viertelgold spricht.

Legierungen des Edelmetalls

Metalle weisen immer bestimmte Eigenschaften auf, die sich verändern lassen, wenn andere Stoffe hinzugegeben werden, so dass Legierungen entstehen. Dadurch können sich die Grundeigenschaften verändern. Bei Gold werden Legierungen vorgenommen, um die

  • Härte,
  • Farbe,
  • Schmelzpunkt,
  • Dichte,
  • Zugfestigkeit und natürlich die
  • Kosten

zu verändern. Dabei kommen verschiedene Metalle zum Einsatz, mit denen Gold legiert wird. In den vergangenen Jahren wurden von der Schmuck- und Münzindustrie, aber auch der Zahntechnik unzählige neue Goldlegierungen auf den Markt gebracht. Sie unterscheiden sich je nach Land und es gibt die unterschiedlichsten Farbgebungen. Diese werden in der Regel durch Zugabe von Silber und/oder Kupfer erreicht. Man spricht dabei vom Rotgold. Die Anteile der drei Edelmetalle können dabei variieren.

Das so genannte Weißgold hingegen entsteht aus Gold und Nickel oder Palladium. Es konnte sich bereits um die Jahrhundertwende durchsetzen und galt und gilt als Alternative zu Platin. Das Palladium-Weißgold enthält zusätzlich Silber, das Nickel-Weißgold Kupfer. Dadurch ist letzteres etwas preiswerter.

Weiterhin findet sich das so genannte Thaigold, das in Thailand weit verbreitet ist. Es besteht aus 965 Teilen Gold und 35 Teilen eines nicht näher definierten Materials. Im Nordischen Gold sind 89 Prozent Kupfer, fünf Prozent Aluminium, fünf Prozent Zink und ein Prozent Zinn enthalten. Gold ist also gar kein Bestandteil. Diese Legierung ist nicht magnetisch und wird gerne für die Prägung der Eurocent-Münzen mit den Werten 50, 20 und 10 Cent verwendet.

Was versteht man unter Vergolden?

Durch die Zugabe verschiedener Metalle zum reinen Gold (Legierungen) wird der Metallpreis beeinflusst. Günstiger ist es, weniger wertvolle Materialien zu vergolden. Diese Variante ist dabei auch für sehr große Flächen geeignet. Die Vergoldung stellt eine Oberflächenveredelung dar, die auf metallischen und nichtmetallischen Gegenständen erfolgen kann. Dabei geht die Kunst des Vergoldens bis auf das Altertum zurück. Hierbei nutzt man unter anderem die extreme Dehnbarkeit des Edelmetalls aus. Der Auftrag einer Schicht Gold wird dabei als Plattieren bezeichnet. Er kann galvanisch oder mechanisch erfolgen.

Das mechanische Plattieren

Bei der mechanischen Plattierung wird zunächst Blattgold hergestellt. Dafür wird etwas Feingold zwischen Pergamentpapier gelegt. Mit einem Hammer wird dieses nun ausgeschlagen, und zwar solange, bis die gewünschte Stärke erreicht ist. Diese kann zum Beispiel 1/200 mm oder 1/1000 mm betragen. Durch die Bearbeitung mit dem Hammer verhärtet die Oberfläche, weshalb das Gold noch einmal geglüht werden muss, um es wieder weicher zu machen.

Anschließend muss das Blattgold unter Zuhilfenahme von Druck und Hitze auf eine Trägermetallplatte aufgewalzt werden. Man spricht hier auch vom so genannten Walzgold. Man kann das Gold aber genauso im Rahmen der Matt- und Ölvergoldung, der Glanz- und Poliment- oder Branntweinvergoldung mechanisch aufbringen. Das Blattgold wird ebenfalls eingesetzt, um die Außenkanten von Büchern, die Schrift oder Zierat auf ledernen Einbänden zu gestalten. In der gotischen Epoche der Malerei wurden einzelne Teile der Tafelbilder mit Blattgold belegt. Ebenfalls konnten diese mit Goldstaub bemalt werden, der in Eiklar gebunden war.

Das galvanische Plattieren

Das galvanische Plattieren, auch Galvanisieren, ist die zweite Möglichkeit der Vergoldung. Sie gilt als Nachfolger der Feuer- bzw. Quecksilbervergoldung, die bereits  im alten Rom zur Anwendung kam. Die heutige Galvanotechnik entwickelte sich ab etwa 1830. Bei diesem Verfahren kommt die Elektrolyse zum Einsatz. Mit deren Hilfe werden Metalle und Nichtmetalle, die zuvor mit Graphitstaub elektrisch leitend gemacht wurden, mit einer Goldschicht überzogen. Hier spricht man mitunter auch vom Elektroplattieren.

Für das Galvanisieren wird eine wässrige Metallsalzlösung, das so genannte Elektrolyt benötigt. In dieses wird das bereits bearbeitete und geformte Teil eingetaucht und anschließend mit dem negativen Pol der Gleichstromquelle verbunden. Somit wird aus dem zu vergoldenden Teil eine Kathode. Das Gold wird nun in entsprechendem Abstand ebenso in das Elektrolyt getaucht und an den positiven Pol angeschlossen. Damit wird es zur Anode. Fließt nun der Gleichstrom, wird die Anode zum Metall-Ion, das von der Kathode angezogen wird. Dort nimmt das Ion Elektronen auf und kann sich auf der Kathode als Metall absetzen. Bei diesem Verfahren sind die Goldschichten überall gleichmäßig und lassen sich zielgerichtet steuern.

Vergoldungsvarianten

Bei der Vergoldung unterscheidet man in drei Varianten:

 1.Golddoublé: Mindestens 10 Gramm Feingold pro Kilogramm

 2.Goldplattiert: Mindestens 3 Gramm Feingold pro Kilogramm

 3.Vergoldet: Weniger als 3 Gramm Feingold pro Kilogramm

 

Goldmine

Diese Lagerstätten gibt es

Für Gold wird in zwei grundlegende Lagerstätten unterschieden, nach denen das Gold benannt wird: Berg- und Seifengold. Beim Berggold handelt es sich um Goldvorkommen, die in Quarzgängen vorkommen. Sie werden oft von Sulfiden und Flyrit FeS begleitet. Man bezeichnet die Quarzgänge auch als primäre Lagerstätten. Sie weisen meist einen Goldgehalt von 0,001 Prozent auf. Sobald die Goldkonzentration 2,5 Gramm pro Tonne überschreitet, gilt der Abbau als wirtschaftlich sinnvoll. Die größten Vorkommen dieses so abbaubaren Goldes finden sich in Südafrika, Nordamerika und Australien.

Das Seifengold

Das primäre Goldvorkommen lagert zunächst an der Oberfläche. Im Laufe von Millionen von Jahren wird es durch die Witterungseinflüsse, wie Feuchtigkeit, Wind und Temperatur, sowie die Erosion abgetragen. Dadurch findet eine Lagerung des Goldes in den Flussniederungen statt.  Diese Lagerstätten gelten als sekundäre Lagerstätten und das Gold wird als Seifengold bezeichnet. Auch Goldseife oder Waschgold sind gängige Begriffe dafür. Zu finden ist das Seifengold in Form von Staub und Körnern, die als Nuggets bekannt wurden. Das Seifengold findet sich vor allem in Clondikegebiet in Alaska, im östlichen Australien und im Ural in Russland. Auch am Rhein und in Sacramento in Kalifornien finden sich berühmte Lagerstätten für das Seifengold.

Die Nuggets sind dabei winzig und bringen kaum ein Gramm Gewicht auf die Waage. Es gibt aber auch Riesennuggets, wie den Holtermann-Nugget, der in Australien im Oktober 1872 entdeckt wurde. Er brachte stolze 214,32 Kilogramm auf die Waage. In Chile wurde ebenfalls ein riesiger Nugget mit 153 Kilogramm Gewicht entdeckt und der Nugget „Welcome Stranger“, der 1850 in Australien gefunden wurde, gilt als der reinste und größte Nugget aller Zeiten. Seine Feinheit lag bei 986 ‰ und er brachte stolze 70,92 Kilogramm  auf die Waage.

Das Seifengold weist noch eine Sonderform auf, die man im südafrikanischen Tansvaal entdeckte. Hier wurden lose Geröllablagerungen und Goldablagerungen zu Konglomeraten verhärtet. Der Sand wurde dabei in Pyrit verwandelt, wofür die Schwefelzufuhr verantwortlich zeichnete. Überhaupt sind die Bergwerksstollen in Südafrika solche der Superlative. Die Mine von „Western Deep Levels“ in Caritonville ist derzeit die tiefste weltweit. Sie weist eine Schachtsohle von 3.840 Metern auf. Die Arbeitsbedingungen sind entsprechend extrem.

Die Gewinnung von Gold

Wie wird nun aber Gold gewonnen? Auch hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, wobei die so genannte Goldwäsche die älteste Methode ist. Dabei werden goldhaltiger Sand und zerkleinerte Gesteine mit Wasser vermischt. Anschließend werden sie solange bewegt, bis Sand und Schlamm sich lösen und die Goldbestandteile übrig bleiben. Diese Form der Goldgewinnung kannte man bereits in der Antike. Damals verwendete man noch Tücher und Felle zur Goldwäsche, später wurden sie durch die Goldwäscherpfannen ersetzt. Allerdings blieb mehr als die Hälfte des Goldes in der Masse zurück, weshalb die Methode als nicht sehr effektiv gilt.

Das Amalgationsverfahren

Aufgrund der Ineffektivität der Goldwäsche wurden chemische Verfahren entwickelt, um die Goldausbeute zu erhöhen. Eines davon war das Amalgationsverfahren. Hierbei wird Quecksilber eingesetzt, mit Hilfe dessen sich Gold lösen lässt. Beide Stoffe verschmelzen zu einer Legierung. Um nun das Quecksilber wieder abzutrennen, wird die Legierung auf 360 Grad Celsius erhitzt. Dabei verdampft das Quecksilber und das Gold bleibt zurück. Die Methode war übrigens schon den alten Römern bekannt.

Die Cyanidlaugerei

Die Cyanidlaugerei macht es sich zunutze, das Gold mit Sauerstoff und Natriumcyanid gelöst werden kann. Dieses Verfahren wird vorwiegend dann angewendet, wenn der Goldgehalt im Erz nicht mehr für das Amalgationsverfahren interessant ist, das heißt, wenn der Feingehalt bereits über 900 ‰ liegt.

Die Chlorgasraffination und Elektrolyse

Die Chlorgasraffination ist auch als Miller-Verfahren bekannt und wird schon seit 1921 genutzt, um das südafrikanische Gold zu raffinieren. Dabei werden noch höhere Feingehalte erzielt. Dabei wird das Rohgold geschmolzen und über eine Tonröhre wird Chlorgas eingeblasen. Dieses wandelt die begleitenden Metalle des Goldes in Chloride um und diese entweichen als Dampf. Zum Schluss wird lediglich das Silberchlorid abgeschöpft, das zur Weiterverarbeitung des Goldes benötigt wird. Das Gold ist zu diesem Zeitpunkt bereits flüssig und wird anschließend in Barren gegossen. Ihr Feingehalt liegt bei 995.

Die elektrolytische Goldscheidung

Bleibt noch die elektrolytische Goldscheidung. Sie wird für Reinstgold, das einen Feingehalt von 999,9 ‰ aufweist, verwendet. Das Verfahren wird in der Regel nur in Scheideanstalten eingesetzt. Die Standardbarren von den Minen, die eine geringere Feinheit aufweisen, können so noch zusätzlich veredelt werden.

Die Verarbeitung von Gold

Das Edelmetall Gold kann auf verschiedene Arten verarbeitet werden. Üblich ist das Gießen in Metallbarren. Dabei ist der handelsübliche Goldbarren mit einem Gewicht von 400 Unzen, also etwa 12,5 Kilogramm ausgestattet. Auf diesen Barren werden neben dem Herstellernamen bzw. dessen Marke, auch die Feinheit und die Barrennummer eingestanzt. In einem solchen Barren muss eine Feinheit von 999 ‰ erreicht werden. Mit der Barrennummer können die einzelnen Barren identifiziert werden. Sie wird in ein Verzeichnis eingetragen.

Einige der so genannten Standardbarren werden dabei in den Notenbanken aufbewahrt. Der weitaus größere Teil wird jedoch wieder eingeschmolzen und weiter verarbeitet. So entstehen die kleineren Barren mit Gewichten von einem Kilogramm, 100 Gramm oder auch nur einer Unze. Sogar die Plättchen für die Münzprägung, die Granulate für die Schmuckherstellung, die Blech- und Stangenprofile werden damit hergestellt.

Gold im Edelmetallhandel und als Geldanlage

Im Edelmetallhandel nimmt Gold einen der wichtigsten Stellenwerte ein. Die Preise für das Metall werden dabei täglich an den Finanzmärkten der Welt ermittelt und variieren so mitunter sehr stark. In Zürich, London, New York und Hongkong finden sich dabei die wichtigsten Handelsplätze für das Edelmetall Gold. Zwei Mal pro Tag werden in London die Fixing-Preise für Gold von einem Gremium festgelegt.

300x250Für Anleger ist Gold ebenfalls interessant und kann in Form von Münzen oder Barren genutzt werden. Hierzulande sind es vor allem die Nugget- bzw. Känguruh-Münze aus Australien, die Maple Leaf aus Kanada, der Panda aus China und der American Eagle aus den USA, die beliebte Anlageobjekte darstellen. Zudem gibt es den Wiener Philharmoniker, der wahlweise in Gold oder Silber genutzt werden kann.

Auch der Krügerrand aus Südafrika gilt als wichtige Geldanlageform. Er weist einen geringen Preisabschlag auf, enthält keinen Nennwert, ist aber doch die älteste und gängigste Goldmünze. Die Goldbarren hingegen können von verschiedenen Prägeanstalten oder direkt bei einer Bank erworben werden. Diese lassen die Barren von den Prägeanstalten herstellen.

 

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