Edelmetall Iridium

Anleger kennen vielfältige Edelmetalle. Eines davon ist Iridium. Es zählt zu den Platin-Gruppen-Metallen (PGM). Doch was gibt es darüber noch zu wissen?

 

1.  Die Entdeckung von Iridium

2.  Gewinnung und Vorkommen

3.  Eigenschaften von Iridium

4.  Wie wird Iridium angewendet?

5.  Kann das Edelmetall zu Anlagezwecken genutzt werden?

 

Die Entdeckung von Iridium

Iridium wurde nur ein Jahr nach dem Rhodium entdeckt, also 1804. Den Fund machte Smithson Tennant, ein britischer Chemiker, der von 1761 bis 1815 lebte. In London entdeckte Tennant sowohl das Iridium, das das Symbol Ir trägt, als auch das Osmium. Auch er nutzte dabei Platinerze, die er in Königswasser auflöste. Dabei verblieben unlösliche Rückstände, die Tennant isolierte. Die Iridiumsalze schließlich besaßen eine sehr hohe Farbkraft, weshalb Tennant ihnen den Namen Iridium gab. Er stammt übrigens aus dem Griechischen und soll so viel wie regenbogenfarben bedeuten.

Gewinnung und Vorkommen

Iridium gehört zu den besonders seltenen Edelmetallen, da es noch seltener als Platin oder Gold vorkommt. Elementar kann es in Form von kleinen Körnern auftreten, meist wird es jedoch in Verbindung mit Platin entdeckt. In Verbindung mit Osmium bildet Iridium zwei natürlich vorkommende Minerale:

  • Osmiridium (50 Prozent Iridium, sowie Osmium, Platin, Ruthenium und Rhodium)
  • Iridosmium (55 bis 80 Prozent Osmium und 20 bis 45 Prozent Iridium).

Häufige Vorkommen von Iridium finden sich in Südafrika, im russischen Ural, in Nord- und Südamerika. Zudem gibt es die sekundären Lagerstätten in Form von Flusssanden. Dort wird freies Iridium gefördert, ebenso wie die anderen Elemente der Platingruppe.

Die Gewinnung erfolgt meist in Verbindung mit der Förderung von Platin und bei der Verhüttung von Nickelerzen. Für die Gewinnung wird Platin mit Königswasser behandelt. Zurück bleiben Iridium, Osmium, Rhodium, Ruthenium und Silber. Im zweiten Verarbeitungsschritt wird das Silber abgeschieden. Danach werden Wasser und Natriumperoxid zugegeben. Dadurch wandeln sich die Elemente in wasserlösliche Salze. Zurück bleibt nur der wasserunlösliche Bestandteil Iridium(IV)-Oxid. Dieses kann nun geglüht werden, um in Sauerstoff und Iridium zu zerfallen.

Eigenschaften von Iridium

Iridium hat eine silberweiße Färbung und mit 22,65 Gramm je Kubikzentimeter die höchste Dichte der Edelmetalle. Es ist damit sogar noch schwerer als Platin oder Gold. Zudem ist Iridium sehr hart (Härte nach Mohs = 7) und spröde. Dadurch lässt es sich nur schwer bearbeiten. Unter den Platinmetallen gilt Iridium als chemisch widerstandsfähigstes Metall. Königswasser kann ihm ebenso wenig anhaben, wie geschmolzene Alkalihydroxide. Lediglich oxidierende Schmelzen, die mit löslichen und unlöslichen Iridaten versehen sind, können fein verteiltes Iridium angreifen.

Eine Auflösung des Metalls ist in Chloridschmelzen und Cyanidschmelzen möglich. Als chemisches Element trägt es die Ordnungszahl 77 im Periodensystem und die Elementhäufigkeit wird mit 81 angegeben. Zudem ist es unter den Platinmetallen dasjenige, welches am wenigsten reaktionsfähig ist.

Auch der Schmelzpunkt liegt mit 2.446 Grad Celsius sehr hoch. Die Kristallstruktur ist kubisch-flächenzentriert und sofern Rotglut angewendet wird, oxidiert Iridium zu IrO2. Allerdings zerfällt es bereits ab 1.140 Grad Celsius wieder. Dieses IrO2 ist im Gegensatz zu Osmiumoxid nicht flüchtig. Wärme- und elektrische Leitfähigkeit werden beim Iridium im Allgemeinen als gut bezeichnet. Eine Superleitfähigkeit entsteht dagegen bei sehr tiefen Temperaturen.

Wie wird Iridium angewendet?

Iridium wird meist in Platin-Iridium-Legierungen eingesetzt. Dabei ist der Iridium-Anteil mit 20 bis 30 Prozent recht hoch. Diese Legierungen sind sehr hart und äußerst beständig gegenüber der Korrosion. Dadurch werden sie gerne für

  • Injektionsnadeln,
  • Spitzen von Füllfederhaltern,
  • Kugelschreiberminen,
  • Laborgeräten,
  • chirurgischen Instrumenten,
  • elektrischen Schaltkontakten und
  • Zündkerzen für Flugmotoren

verwendet. Zudem kann Iridium eine schützende UV-Schicht bilden, weshalb es auf hochwertigen Sonnenbrillen angewendet wird. Ebenso werden Behälter und Tiegel für Anwendungen unter hohen Temperaturen mit Iridium versehen und auch bei der Schmuckherstellung wird das Metall genutzt. Bekannteste Beispiele sind dabei das Ur-Kilogramm und das Ur-Meter. Beide finden sich in Sèvres bei Paris. Sie bestehen aus 90 Prozent Platin und zehn Prozent Iridium.

Kann das Edelmetall zu Anlagezwecken genutzt werden?

Grundsätzlich zählt Iridium aufgrund seiner Seltenheit und seiner Eigenschaften zu den Edelmetallen. Es hat daher einen hohen Wert und kann auch als Geldanlage genutzt werden. Allerdings sucht man Barren und Münzen aus diesem Metall am Markt vergeblich.