Edelmetall Osmium

Auch Osmium gehört zu den Edelmetallen, ist unter diesen aber noch recht jung. Die wichtigsten Hintergrundinformationen rund um das Metall haben wir im Folgenden zusammengestellt:

 

1.  Entdeckung des Edelmetalls

2.  Vorkommen und Häufigkeit

3.  Eigenschaften des Edelmetalls

4.  Anwendung von Osmium

5.  Osmium zu Anlagezwecken kaum genutzt

 

Entdeckung des Edelmetalls

Das Edelmetall Osmium wurde von Smithson Tennant, einem britischen Forscher, der von 1761 bis 1815 lebte, im Jahr 1803 zusammen mit Iridium entdeckt. Dabei bildeten sich beide Edelmetalle als Rückstand von einer Platinprobe, die in Königswasser aufgelöst wurde. Den Namen erhielt das Element von seinem rettichartigen Geruch, denn im Griechischen steht osme für diesen. In der Chemie findet sich das Element im Periodensystem mit der Ordnungszahl 76 wieder. Es trägt das Zeichen Os und in der Elementhäufigkeitstabelle landet es auf Platz 73.

Vorkommen und Häufigkeit

Osmium wird als Übergangsmetall angesehen. Es kommt dabei in Platinerzen vor, die aus natürlich vorkommenden Legierungen mit Iridium oder Osmium bestehen. Auch in Osmiridium oder in platinhaltigen Flusssanden lässt sich Osmium entdecken. Derzeit werden größere Vorkommen von Osmium in

  • Südafrika im Witwatersrand, in
  • Russland im Ural, in
  • Nord- und
  • Südamerika

genutzt.

Eigenschaften des Edelmetalls

Osmium gehört zu den besonders schweren Edelmetallen und zeichnet sich durch seine blauweiße bis blauschwarze Farbe aus. Bei höheren Temperaturen ist die Oberfläche glänzend. Die typischen Eigenschaften von Osmium sind seine Härte und Sprödigkeit. Osmium zählt zu den Platin-Gruppen-Metallen (PGM) und lässt sich aufgrund der Eigenschaften in kompakter Form nur sehr schwer bearbeiten. Etwas leichter lässt sich das Metallpulver herstellen. Allerdings zersetzt es sich bereits bei Raumtemperaturen in Osmiumtetraoxid, das als sehr giftig gilt und sehr stark riecht. Bei 130 Grad Celsius siedet es.

Das Osmium weist eine Dichte von 22,59 Gramm je Kubikzentimeter auf. Nach Mohs erreicht der Härtegrad somit 7,5. Zudem ist der Schmelzpunkt mit 3.040 Grad Celsius sehr hoch angesiedelt und damit ist Osmium nicht nur das härteste PGM, sondern auch das, welches bei den höchsten Temperaturen schmilzt.

Osmium kann in verschiedenen Stufen oxidieren. Bekannt sind die Oxidationsstufen von +0 bis +8, wobei die Stufe +4 am häufigsten vorkommt. Sind die Temperaturen sehr niedrig, ist Osmium supraleitend. Sowohl das Edelmetall selbst, wie auch seine Verbindungen gelten als sehr giftig. Sie können dabei die Schleimhäute reizen, gleichzeitig zu Sehstörungen und Kopfschmerzen führen.

Anwendung von Osmium

Trotzdem Osmium stark giftig ist, wird es vielfach industriell eingesetzt aufgrund der toxischen Eigenschaften aber nur selten in Reinform. Meist kommen Legierungen aus Osmium und anderen Metallen der Platinfamilie zum Einsatz, die sehr hart sind. Sie werden vorwiegend für Geräte mit hohem Verschleiß eingesetzt. Beispielhaft seien hier

  • Schreibkugeln in Kugelschreibern,
  • Wellen und Zapfen im Instrumentenbau,
  • Injektionsnadeln,
  • phonographische Abtastnadeln oder
  • elektrische Kontakte

genannt. Wird Osmium mit Platin legiert, im Verhältnis 1:9, dann kann es auch zu medizinischen Implantaten verarbeitet werden. Selbst künstliche Herzklappen werden daraus hergestellt und die Legierung findet auch bei der Herstellung von Herzschrittmachern ihre Verwendung.

Zudem wurde Osmium früher zur Herstellung der Glühwendel für die Glühlampen eingesetzt. Allerdings wurde es bald schon durch das günstigere Element Wolfram ersetzt. Aus den beiden Elementen Osmium und Wolfram entstand übrigens der bekannte Firmenname Osram.

Zusätzlich wird Osmiumtetraoxid verwendet. Es dient der Kontrastverstärkung bei mikroskopischen Präparaten. In der Kriminalistik werden damit Spuren, wie zum Beispiel Fingerabdrücke, gesichert.

Osmium zu Anlagezwecken kaum genutzt

Auch Osmium gehört nicht zu den typischen Anlagemetallen und wird hier kaum genutzt. Daher ist es nicht in Münz- oder Barrenform erhältlich.