Edelmetall Quecksilber

Manchmal wird auch Quecksilber zu den Edelmetallen gezählt, wenngleich es zur Geldanlage nicht genutzt wird. Dennoch haben wir einige wichtige Informationen rund um das Quecksilber zusammengestellt.

 

1.  Die Geschichte von Quecksilber

2.  Gewinnung und Vorkommen des Edelmetalls

3.  Eigenschaften von Quecksilber

4.  Anwendung des Edelmetalls

5.  Quecksilber nicht als Anlageobjekt geeignet

 

Die Geschichte von Quecksilber

Heute geht man davon aus, dass Quecksilber schon in der Antike bekannt war, da es bereits in Werken von Aristoteles, Plinius dem Älteren und vielen anderen erwähnt wurde. Im Altertum nutzte man Quecksilber als Heilmittel, was jedoch aufgrund der toxischen Eigenschaften fatale Folgen nach sich zog.

Die Legierungen von Quecksilber und Gold waren bereits bekannt und wurden für die Feuervergoldung von Gegenständen genutzt. Das Quecksilber selbst verdampfte dabei. Besondere Bedeutung erlangte das Quecksilber ab dem 16. Jahrhundert. Damals benötigte man es zur Amalgambildung, um das Silber aus den Silbererzen zu gewinnen.

1911 entdeckte Heike Kamerlingh Onne, ein Physiker aus den Niederlanden, dass Quecksilber eine Supraleitfähigkeit aufweisen kann. Ab Temperaturen von -268,9 Grad Celsius verschwindet der elektrische Widerstand sogar vollständig. Der Name Quecksilber stand ursprünglich für lebendiges Silber.

Gewinnung und Vorkommen des Edelmetalls

Die Gewinnung von Quecksilber erfolgt durch die Reaktion des Quecksilbererzes Zinnober mit Sauerstoff. Man spricht hier auch vom Röstverfahren. Dabei entstehen Schwefeldioxid und Quecksilber.

In seiner reinen Form kommt das Element in der Natur vor. Es gilt dabei als einzige flüssige Substanz, die als Mineral anerkannt ist. Die größten Quecksilbervorkommen finden sich dabei derzeit in

  • Serbien,
  • Italien,
  • Algerien,
  • Russland,
  • Spanien und
  • China.

In der Regel findet man Quecksilber in Form von Zinnober. Besonders Regionen, in denen einst vulkanische Aktivitäten herrschten, bringen dabei Quecksilber hervor. In selteneren Fällen findet sich Quecksilber in gediegener Form, also in Verbindung mit anderen Elementen. Seit dem Jahr 2003 wird Quecksilber nicht mehr gefördert, auch nicht in Almadén in Spanien, wo das größte natürliche Zinnobervorkommen herrscht. Nach der Beendigung des Abbaus wurden die Minen zu touristischen Attraktionen umgebaut.

Eigenschaften von Quecksilber

Das Quecksilber gehört zu den Schwermetallen, ist flüssig und silbrig-weiß gefärbt. Im Gegensatz zu den klassischen Edelmetallen ist Quecksilber sehr viel reaktiver und kann Legierungen mit zahllosen anderen Metallen bilden. Die elektrische Leitfähigkeit von Quecksilber ist sehr gering. Neben den Edelgasen ist Quecksilber das einzige chemische Element, das bei Raumtemperaturen gasförmig und einatomig vorliegt. Die Dichte von Quecksilber beträgt 16,1 Gramm je Kubikzentimeter.

Anwendung des Edelmetalls

Zudem wird Quecksilber in vielen Varianten angewendet. So kann es unter anderem für die Herstellung von

  • Thermometern,
  • Baro-/Manometern,
  • Schaltern,
  • Quecksilberdampflampen,
  • Amalgam,
  • Desinfektions- und Beizmitteln, in der
  • Elektrolyse, bei der
  • Goldwäsche, in
  • Knopfzellen/Batterien,
  • Teleskopen

und vielem mehr eingesetzt werden. Aufgrund der toxischen Eigenschaften werden viele der Produkte heute aber nicht mehr mit Quecksilber hergestellt. Sollte dies nicht zu vermeiden sein, ist darauf zu achten, dass diese Produkte gesondert entsorgt werden müssen.

Quecksilber nicht als Anlageobjekt geeignet

Quecksilber ist aufgrund seiner toxischen und anderen Eigenschaften ebenfalls nicht als Anlageobjekt geeignet. Daher ist es auch nicht in den typischen Barren- und Münzformen erhältlich.