Edelmetall Rhodium

Auch Rhodium zählt zu den begehrten Edelmetallen, ist jedoch nur selten zu finden. Im Folgenden wollen wir ein paar grundlegende Hintergrundinformationen zu diesem Edelmetall geben: 

Edelmetall Rhodium 

1.   Geschichte von Rhodium

2.   Gewinnung und Vorkommen

3.   Eigenschaften des Edelmetalls

4.   Wo wird Rhodium eingesetzt?

5.   Rhodium als Anlageobjekt nutzen

 

Geschichte von Rhodium

Das Rhodium wurde im Jahre 1803 entdeckt. Für die Entdeckung zeichnet William Hyde Wollaston, ein englischer Chemiker, der von 1766 bis 1828 lebte, verantwortlich. Er hatte von Schmugglern das damals noch eher unbedeutende Metall Platin erworben und versetzte es mit Königswasser, also einem Gemisch als Salz- und Salpetersäure. Dabei entstanden Rückstände, die sich nicht lösten.

Nachdem Wollaston die bis dahin bekannten Platinmetalle abgetrennt hatte, gab er Alkohol hinzu. Es entstanden rote Kristalle von Ammonium-Hexachlorrhodat. Anschließend glühte er die Rückstände im Wasserstoffstrom, wobei er das neue Metall isolieren konnte. Die Farbe des Metalls erinnerte an rote Rosen, wenn es in Verbindungen auftrat und so kam es auch zu seinem Namen. Dieser stammt vom griechischen Wort „rhódon“ ab, was für Rose steht.

Gewinnung und Vorkommen

Rhodium weist einen sehr hohen Schmelzpunkt auf. Hinzu kommt, dass es ausschließlich mit anderen Elementen der Platin-Gruppen-Metalle (PGM) auftritt bzw. mit Silber und Gold. Dadurch gestaltet sich die Gewinnung von Rhodium als sehr aufwändig. In den meisten Fällen wird es als Ammonium-Hexachlorrhodat gewonnen. Mit Hilfe von Wasserstoff wird es anschließend bei hohen Temperaturen zum bekannten Metall reduziert.

Jährlich werden etwa 700.000 Unzen Rhodium produziert. Fast zwei Drittel davon stammen aus Südafrika. Darüber hinaus wird Rhodium im russischen Ural, in Nord- und Südamerika und im Sudbury-Komplex in Ontario abgebaut. In Ontario gewinnt man es aus den sulfidischen Kupfer-Nickelerzen.

Eigenschaften des Edelmetalls

Das Edelmetall Rhodium wird als Element im Periodensystem an 45. Stelle genannt und mit dem Symbol Rh gekennzeichnet. Die Elementhäufigkeit liegt bei 80 und es wird zu den PGM gezählt.

Das Metall selbst weist eine silberweiße Farbe auf und die Oberfläche ist stark glänzend. Rhodium ist härter als Platin, allerdings nicht ganz so hart wie Iridium. Rhodium ist dabei das Element der PGM, das die höchste elektrische und Wärmeleitfähigkeit, sowie das größte Reflexionsvermögen aufweist. Bei starker Erhitzung über 600 Grad Celsius oxidiert Rhodium in Verbindung mit reinem Sauerstoff. Dabei entsteht das Rhodium(III)-Oxid, welches jedoch bei höheren Temperaturen wieder zerfällt. Unterscheiden muss man dabei zwischen dem kubisch

  • raumzentrierten alpha-Rhodium, das bei hohen Temperaturen in das
  • kubisch flächenzentrierte beta-Rhodium umgewandelt wird.

Rhodium weist dabei eine Dichte von 12,41 Gramm je Kubikzentimeter auf und nach Mohs liegt die Härte bei 7. Der Schmelzpunkt ist mit 1.964 Grad Celsius sehr hoch. Dadurch lässt sich Rhodium aber gut dehnen und hämmern. Mineralsäuren können dem Metall nichts anhaben, selbst das bekannte Königswasser kann lediglich Rhodiumpulver auflösen, und das nur sehr langsam. Eine schnelle Auflösung ist lediglich in

  • Sodaschmelzen,
  • Cyanidschmelzen und
  • Alkalischmelzen möglich.

Rhodiumverbindungen treten ebenfalls auf. Sie sind alle hochgradig giftig und stehen im Verdacht, Krebs auslösen zu können. Das Metall ist ebenfalls feuergefährlich, so dass Staubexplosionen auftreten können, wenn das angehäufte Rhodiumpulver mit Luft in Kontakt kommt. Kommt das Rhodium mit Sauerstoffdifluorid in Kontakt, wird die Brandgefahr deutlich gesteigert.

Wo wird Rhodium eingesetzt?

Das Edelmetall Rhodium wird natürlich auch in der Industrie eingesetzt, wobei es vor allem in Platin- und Palladiumlegierungen dazu dient, deren Festigkeit zu steigern. Klassische Beispiele für den Einsatz von Rhodium sind die Herstellung von

  • Heizspiralen,
  • Thermoelementen,
  • Düsen zur Herstellung von Glasfasern,
  • Laborgeräten,
  • Kontaktwerkstoffen,
  • Zündkerzenelektroden, die in der Luftfahrt verwendet werden und
  • Katalysatoren.

Als Katalysator wird Rhodium in der Chemieindustrie verwendet, um Ammoniak zu verbrennen. In der Kfz-Industrie findet Rhodium ebenfalls im Bereich der Katalysatoren seine Anwendung. 90 Prozent der jährlichen Produktionsmenge werden hier verbraucht.

Da Rhodium aber auch ein gutes Reflexionsvermögen aufweist und sehr beständig ist, nutzt man es ebenso beim Galvanisieren. Hier können hochwertige Spiegel, OP-Leuchten und Teleskope mit einer Rhodium-Schicht überzogen werden. Das Verfahren wird dabei als Rhodinieren bezeichnet. Zum Teil findet das Rhodinieren sogar bei Uhrengehäusen und Füllfederhaltern statt und Ringe, die aus Weißgold bestehen, erhalten oft ebenfalls eine entsprechende Beschichtung.

Rhodium als Anlageobjekt nutzen

Obwohl Rhodium einen beträchtlichen Wert aufweist, handelt es sich bei diesem Metall nicht um ein klassisches Edelmetall, das zu Anlagezwecken genutzt wird. Daher wird es weder in Barren-, noch in Münzform angeboten. Stattdessen ist Rhodium lediglich als Puder in Dosen erhältlich. Die Dosen fassen dabei 500 Gramm, ein, drei oder fünf Kilogramm oder in sehr seltenen Fällen sogar zehn Kilogramm. Bekannte Anbieter von Rhodiumpuder zu Anlagezwecken sind Heraeus, INCO oder J. Matthey.