Freitag, 17. Februar 2017

Kirgistan: 100 Gramm Gold für jeden?

Das kleine Land Kirgistan, das sich zwischen Usbekistan, China, Tadschikistan und Kasachstan befindet, gehört zu den Ländern mit den größten Goldvorkommen. Alleine die Region um „Tien Shan Gold Belt“ gehört weltweit zu den Top 5 Regionen mit dem größten Goldvorkommen. Doch während das gelbe Edelmetall für Kirgistan das mit Abstand wichtigste Exportgut ist, hat die Bevölkerung davon nicht viel.

Das soll sich jetzt aber ändern, wie sich der Chef der kirgisischen Nationalbank, Tolkunbek Abdygulov wünscht. Er will die sechs Millionen Einwohner davon überzeugen, lieber in Gold als in Rinder zu investieren. Aktuell lebt jeder dritte Einwohner des Landes unterhalb der Armutsgrenze. Um dieses Problem zu beheben, will Abdygulov dafür sorgen, dass jeder der sechs Millionen Einwohner 100 Gramm Gold besitzt.

Gold ist werthaltiger als Vieh

Die Begründung des Nationalbankchefs ist einleuchtend. Zum einen lässt sich Gold für sehr lange Zeit lagern. Zum anderen unterliegt es zwar den üblichen Preisschwankungen am Markt, allerdings verliert es trotzdem nie vollständig an Wert.

In einem Interview erklärte Abdygulov, dass er daran arbeiten wolle, seinen Traum für die Bevölkerung seines Landes schneller voranzubringen. Bisher ist die Investition in Vieh vor allem in ländlichen Regionen noch das weitaus häufigere Mittel der Wahl für die individuelle Altersvorsorge. Allerdings ist Abdygulov überzeugt davon, dass auch in der Bevölkerung ein Umdenken realisierbar sei.

Erste Erfolge in Kirgistan zu sehen

Der Plan des Nationalbankchefs trägt bereits erste Früchte. So haben die Währungshüter Kirgistans Bevölkerung in den letzten zwei Jahren den direkten Zugang zum gelben Edelmetall geboten. Insgesamt konnten bereits 140 Kilogramm Goldbarren verkauft werden. Um aber die gesamte Bevölkerung mit Gold zu versorgen, benötigt es noch einige Zeit. Dafür geht man aber auch ungewöhnliche Wege und stellt den Einwohnern die nötige Infrastruktur zur Lagerung von Gold zur Verfügung. Auch werden Goldbarren und –riegel in unterschiedlichen Größen hergestellt, von einem bis zu 100 Gramm.

Der Handel mit Gold soll zudem sehr liquide gestaltet werden. Daher verkauft man in Kirgistan nicht nur Gold, sondern kauft die eigens hergestellten Barren und Riegel auch wieder an. Offen ließ Abdygulov bisher allerdings, bis zu welchem Termin er es geschafft haben will, jeden der Einwohner Kirgistans mit 100 Gramm Gold auszustatten. Fakt ist aber, wenn der Plan aufgeht, hält die Bevölkerung 600 Tonnen Gold. Das ist etwa das 30-Fache der Jahresproduktion im Land.

© WEGHV Redaktion