Edelmetall Platin

Zu den wertvollen Edelmetallen gehört neben Gold, Silber und Palladium auch Platin. Platin wird dabei gerne zu Anlagezwecken genutzt, doch kann es ebenso bei der Schmuckherstellung zum Einsatz kommen. Einige wichtige Grundlagen zum Platin wollen wir im Folgenden kurz vorstellen:

1.Geschichte von Platin

2.Eigenschaften des Edelmetalls

3.Feinheiten, Maßeinheiten und Legierungen von Platin

4.Vorkommen von Platin

5.Wie wird Platin verwendet?

6.Platin zu Anlagezwecken nutzen

Geschichte von Platin

Bis heute ist unklar, auf welchen Zeitraum die ersten Platinfunde zurückgehen. So geht man davon aus, dass es bereits 500 vor Christus soweit gewesen sein könnte, andere Quellen behaupten, dass die ersten Platinfunde aus dem dritten Jahrhundert nach Christus stammen. Seinen Bekanntheitsgrad konnte das Edelmetall mit der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus steigern. Die Spanier fanden zu jener Zeit Plastiken und Skulpturen aus Platin, die von den südamerikanischen Indianern und den Mayas gefertigt wurden. Bis heute ist aber nicht klar, ob die Mayas das Platin als Silber  betrachteten, weil es einen ähnlichen Glanz aufweist, oder bereits wussten, dass es sich hierbei um ein anderes Edelmetall handelt.

Die Spanier jedoch wussten noch nicht um die Bedeutung. Als sie Gold wuschen, setzten sich kleine Körnchen ab, das Platin. Diese waren gräulich bis weißlich gefärbt und hatten ein ähnliches Gewicht wie Gold. Sie wurden aber nicht weiter beachtet, sondern abfällig als platina bezeichnet. Der Begriff steht im Spanischen für kleines Silber.

Erst 1557 fand die erste Erwähnung Platins als eigenständiges Metall statt, und zwar durch Giulio Cesare Scaliger. Es mussten jedoch noch weitere zwei Jahrhunderte vergehen, bis eine Schmelzmethode entwickelt wurde, um das Platin industriell verarbeiten zu können. Diese entdeckte der Franzose Guyton de Morveau. Ab diesem Zeitpunkt gewann Platin als „weißes Gold“ rasant an Bedeutung und war in ganz Europa plötzlich sehr beliebt.

Anfangs ließ sich die Begeisterung noch durch den geringen Preis in Verbindung mit dem Gewicht, das dem von Gold stark ähnelte, begründen. Ab 1758 jedoch wurde der Handel mit Platin vom spanischen Königshaus verboten. Grund dafür war, dass Münzen aus dem damals sehr billigen Metall hergestellt, mit Gold überzogen und als Goldmünzen eingesetzt wurden. Die falschen Münzen, die vermeintlich wertlos waren, wurden daraufhin im Meer versenkt.

Es war jedoch auch in dieser Zeit, als man erste wissenschaftliche Untersuchungen rund um das Platin durchführte. Der Engländer Watson zeichnete dafür verantwortlich. Er weist in seinen Untersuchungen deutlich darauf hin, dass die Spanier das Edelmetall entdeckt hätten, gilt aber bis heute als Entdecker von Platin.

Eigenschaften des Edelmetalls

Das Metall Platin glänzt silbrig, gilt als sehr zäh, aber recht weich. In der Skala nach Mohs beträgt die Härte von Platin 4,3. Damit ist es stabiler als Gold, weshalb es gerne für Fassungen verwendet wird, in die später Edelsteine eingesetzt werden.

Platin wird mitunter mit so genannten Platingruppenmetallen, kurz PGM, legiert. Dadurch kann es eine extreme Festigkeit erreichen. Zudem gehört es zu den Metallen, die erst bei sehr hohen Temperaturen schmelzen. Der Schmelzpunkt liegt bei 1.768 Grad Celsius, der Siedepunkt sogar bei 3.825 Grad Celsius. Die Dichte liegt bei 21,45 Gramm je Kubikzentimeter. Damit wird Platin in seiner Dichte nur noch von Osmium und Iridium übertroffen und ist schwerer als die Edelmetalle Gold und Silber. Zudem überzeugt Platin mit einer hohen Korrosionsbeständigkeit gegenüber der Luft, Sauerstoff und Säuren. Allerdings ist es nur sehr schwach leitend. Weder Elektrizität noch Wärme leitet es sonderlich gut. Das bedeutet aber auch, dass es eine sehr geringe Wärmeausdehnung aufweist.

Darüber hinaus wird dem Platin eine katalytische Eigenschaft nachgesagt. So kann es nicht nur Sauer- und Wasserstoff, sondern ebenfalls andere Gase im aktivierten Zustand binden. In der Verarbeitung bestehen verschiedene Möglichkeiten. So kann Platin gewalzt werden, und zwar bis auf eine Stärke von 0,0025 Millimetern. Ebenso kann ein Draht daraus entstehen, der einen Durchmesser von gerade einmal 0,001 Millimetern aufweist. Zusätzlich lässt es sich auf Hochglanz polieren.

Feinheiten, Maßeinheiten und Legierungen von Platin

Auch beim Edelmetall Platin wird das Gewicht in Troy-Unzen angegeben, wobei auf den Zusatz Troy oft verzichtet wird. Eine Troy-Unze entspricht dabei einem Gesamtgewicht von 31,1035 Gramm.

Die Reinheitsangabe, fachlich korrekt als Feinheit bezeichnet, findet sich natürlich auch bei Platin. Die Feinheit gibt an, wie viele Anteile reines Platin enthalten sind, wobei die Angabe in Tausendstel erfolgt und auf das Gesamtgewicht bezogen wird. Die Karat-Angabe sucht man indes vergeblich, ebenso wie beim Silber.

Platin wird dabei in drei Feinheitsgrade unterschieden, die bei der sehr aufwändigen Raffination entstehen:

  • Reines Platin oder Geräteplatin – Feinheit = 995/1000, enthält 0,4 Prozent andere PGM
  • Chemisch reines Platin – Feinheit = 999/1000, enthält weniger als 0,05 Prozent andere PGM
  • Phsyikalisch reines Platin – Feinheit = 999,9/1000

Allerdings ist Platin in seinen natürlichen Eigenschaften schwer zu verarbeiten. So reichen Härte, Bruchdehnung und Zugfestigkeit für die Weiterverarbeitung nicht aus. Deshalb kommt es ausschließlich in Form von Legierungen zur Weiterverarbeitung. In der Regel wird Platin dabei mit nur einem einzigen weiteren Element legiert. Meist sind 20 Prozent der anderen Elemente enthalten, Ausnahmen bilden lediglich Kobalt und Kupfer. Echtes Platin wird für die Schmuckproduktion verwendet und kann zu maximal 99,5 Prozent aus Platin bestehen. Die Feinheit ist hier also 995/1000.

Vorkommen von Platin

Platin landet bei der Häufigkeit der Elemente auf Platz 76, direkt hinter Gold. Lange Zeit wusste man nicht viel von den Geheimnissen des Edelmetalls, weshalb man hier gezielt nach Antworten suchte. Dabei stellte sich heraus, dass Platin fast immer gediegen, also in Verbindung mit anderen Metallen, auftritt. Diese werden als PGM bezeichnet und zu ihnen zählen

In der Natur setzt sich das Edelmetall aus fünf stabilen Isotopen und einem radioaktiven Isotop, das sehr langlebig ist, zusammen. Darüber hinaus gibt es Platinminerale, wie das Platinarsenid, auch bekannt als Sperrylith, und das Geversit, das ebenso als Platinsulfid bekannt ist.

Das Platinangebot stammte bis ins 19. Jahrhundert ausschließlich aus Kolumbien. Als man 1819 allerdings in Russland erstmals das Platinmetall entdeckte, änderte sich dies. Übrigens fand man in Russland im Jahre 1843 einen der größten Platinnuggets mit einem Gesamtgewicht von zwölf Kilogramm. In diesem Jahr überstieg die produzierte Menge von Platin mit 3.500 Kilogramm zudem die weltweite Nachfrage deutlich. Bereits ab 1902 wurde Russland zum wichtigsten Platinerzeuger und förderte 94 Prozent der weltweiten Produktionsmenge zutage. Damit hatte Russland bis in die 1920er Jahre sozusagen das Monopol auf dem Platinmarkt. Als man jedoch 1925 in Südafrika enorme Platinvorkommen entdeckte, größere Vorkommen in Kanada bereits 1912 und 1936 in Alaska gefunden wurden, änderte sich diese Monopolstellung.

Metallisches Platin, auch als Platinseifen bekannt, wird heute kaum noch abgebaut. Das Edelmetall, sowie die PGM entstehen meist als Nebenprodukte bei der Förderung von Kupfer und Nickel. Die größten Vorkommen finden sich aktuell in

  • Südafrika,
  • Russland,
  • Kanada und den
  • USA.

Die jährliche Produktion von Platin lag 2010 schätzungsweise bei 183.000 Kilogramm.

Wie wird Platin verwendet?

Seit Mitte des 18. Jahrhunderts kamen das Edelmetall Platin, sowie dessen Legierungen in Mode. Damals wurden sie vor allem zu Schmuck und edlen Gebrauchsgegenständen verarbeitet und fanden bei Sammlern und Liebhabern ihren Platz. 1908 entstand der Star of Africa, der 516 Karat schwer und in einer Platinfassung gefasst ist. Er wurde in diesem Jahr in das britische Königszepter eingepasst. Der Kohinoor, ein legendärer Bestandteil des englischen Kronschatzes, befindet sich ebenfalls in einer Platinfassung und als Schmuck ist das Metall in Asien sehr beliebt.

Aber Platin wird ebenso industriell eingesetzt. 1837 nutzte man es erstmals als Schaltkontakt in Telegrafengeräten und 1863 setzte Edison das Metall als Glühfaden für seine Glühbirnen ein.  Wird Salpetersäure hergestellt, kommt oft das Ostwaldverfahren zum Einsatz und schon seit 1901 wird dabei Platin als Katalysator verwendet. In der Kfz-Technik erfreut sich Platin bis heute einer großen Beliebtheit, weil es große Mengen Wasser- und Sauerstoff absorbieren kann. Hier findet es seinen hauptsächlichen Einsatz ebenfalls als Katalysator.

Legierungen mit dem Edelmetall werden hingegen für die Herstellung von

  • Schmelztiegeln,
  • Spinndüsen,
  • Elektroden,
  • Laborgeräten,
  • Spiegeln und
  • Kontaktwerkstoffen verwendet.

Sie kommen überdies in der Zahntechnik zum Einsatz. Da Platin ähnliche Eigenschaften wie Palladium aufweist, ist es, mit entsprechenden Einschränkungen, auch austauschbar mit diesem. Wird Platin mit Iridium legiert, entstehen sehr harte Stoffe, die zudem äußerst resistent gegenüber thermischen Einflüssen sind. Beispiele für die Verwendung dieser Legierung sind wichtige Eichmaße, wie das Urmeter aus Paris oder das Prototyp-Kilogramm.

Platin zu Anlagezwecken nutzen

Platin kann ebenso zu Anlagezwecken genutzt werden. Die erste Münze aus Platin war eine Gedenkmünze aus Spanien. Sie entstand 1780. 1828 wurde eine weitere Platinmünze hergestellt, eigens zu Ehren des Zaren Nikolaus I. Sie wurde als russischer Platindukaten bezeichnet und bis 1845 hergestellt.

Wer Platin zu Anlagezwecken nutzen will, kann sich heute zwischen Barren und Münzen entscheiden. Die Koala-Platinmünzen aus Australien und der American Eagle aus den USA gehören dabei zu den bekanntesten Platinmünzen, die jährlich neu aufgelegt werden. Der Noble stammt von der Isle of Man. Hierbei handelt es sich ebenfalls um eine sehr bekannte Münze aus Platin, die heute allerdings nicht mehr hergestellt wird.

Die Barren werden von den Prägeanstalten hergestellt. Auch Banken erteilen oftmals die Aufträge zur Barrenproduktion. Der Preis je Unze lag 2010 bei ca. 1.600 US-Dollar und zeigt, wie wertvoll Platin heute gehandelt wird.